von den griech. und röm. Sühnopfem. 4Z
glück zu entfernen; welches einem durch himmlische Zeichen,oder durch die Begegnung irgend eines übelbedeutendcn Ge-genstandes angedrohet worden: ungeachtet in der genaue-sten Bedeutung, ein solches Wort nur bloß zur Aussöhnunggroßer Verbrechen hatte gebraucht werden sollen.
Von allen Arten der Aussöhnung waren diejenigen diefeyerlichsten, durch welche man einen Mord tilgen wollte:und wenn der Mörder ein vornehmer Mensch war, so hiel-ten sichs die Könige selbst wohl nicht sür zu schlecht, dieFeyeriichkeiten dabey zu verrichten. So findet man imApollodor, daß Copraus, der den Iphires umgebrachthatte, von dem Eurysthäus, Könige zu Mycene, ausge-söhnet worden. Im Herodorus kömmt Adraftus, undläßt sich von dem lydistHeir Könige Cröfirs aussöhnen.Eben so unterwarfen sich auch Herkules, Theseus, und ei-nige andere Helden, den Gebräuchen der Aussöhnungen.
Apollodor ist der einzige, welcher uns eine großeBeschreibung davon macht (/ergonrntt. Lib. 4). NachdemJason, der Anführer der Argonauten, das güldene Vlies,zusammt der Medea, entführet hatte: so ward er von demjungen Absrrthus, einem Bruder dieser Prinzessinn, verfol-get. Die Furcht der Mcdea, in seine Hände zu gerathen,brachte sie auf den grausamen Anschlag, denselben ermordenzu lassen. Da sie ihn also durch schmäuchelhafte Verspre-chungen auf eine benachbarte Insel locket, so überfällt Ja-son, der sich allda verstecket hatte, diesen jungen Prinzen,welcher nicht auf seiner Hut war, und entleibete ihn. So-gleich schnitt er dem todten Körper die äußersten Gliedmaßenab, und leckte dreymal das daraus fließende Blut: nach derWeise der Mörder, die, wie derselbe Dichter anmerkt, sichhiedurch auözusühncn vermeynken. Nach dieser grausamenThat, kamen Jasön und iVedea, auf das Ufer der InselAea, um von der Circe, deren Beherrscherinn, ausgesöhnetzu werden. Diese Prinzessinn, eine Base der Medea,nahm sie sehr wohl auf, ohne beyde zu kennen. Sie ka-men beyde mit niedergeschlagenen Augen auf sie zu, und
giengen