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den und Clienten begleitet, durch die Stadt. Die vor-nehmsten Rathspersonen, die sich eines Candidaten annah-men, begleiteten ihn ebenfalls, und empfahlen ihn demVolke. Der Candidat seiner Seits, der von einem bko-menelgtnre unterrichtet ward, begrüßte einen jeden bey fei-nem Namen, und umarmete alle die ihm begegneten, oderdie er auf dem öffentlichen Markte fand. Durch dergleichengütiges und höfliches Bezeigen schwang man sich vornehm-lich zu Aemtern und erhielt sich auch beliebt dabey. Dieersten Kaiser machten sich aus dieser Leutseligkeit eine Ehre.AvIustus schlug mit wirklicher Verachtung den Titel Herr,aus, den das Volk ihm gab. Er ließ ohne Unterschied alleBürger zu seincrmorgendlichenBegrüßung vor, und nahmes so übel, wenn man ihn mit einigem Scheine der Furcht-samkeit anredete, daß er auch einsmals im Scherze einemBittenden vorrückte, er übergäbe ihm sein Bittschreiben, alswenn er einem Elephanten ein Stück Geld darreichen sollte.
Der öffentliche Markt war ein Versammlungsort, all-wo die Einwohner sich einander beständig allerley Höflich-keiten, Schmäucheleyen und Versicherungen von Dienstfer-tigkeit erwiesen. Der Eigennutz und Wohlstand unterhiel-ten diesen Umgang; der Vortheil und die Ehre der Repu-blik waren selbst zuweilen damit verknüpfet, oder sie warendennoch der Vorwand dazu; denn viel mehr Ehrlichkeit,als anderwärts, war eben nicht dabey. Diejenigen, die sichnoch so liebreich umarmeten und küsseten, waren deswegeneben nicht die besten Freunde.
Diese Art zu grüßen, welche gewöhnlich war, wardendlich durch die Menge der widerlichen Leute, denen mansich Preis geben mußte, sehr beschwerlich: denn die Höflich-keit erlaubte nicht sich jemanden zu versagen; so daß auchTiber endlich genöthigct wurde, diesen Gebrauch durch ei-nen öffentlichen Anschlag zu verbiethen. Allein dieß Ver-both ward unfehlbar nicht lange gehalten, weil LPlartialsich noch über dieser Gewohnheit, als über einer seltsamenPla-ge beschweret, und zu einem gewissen postumusfrey heraus