von der Höflichkeit der Römer. 8l
saget, daß er ein wenig mindere Ehre einer so unangeneh-men Höflichkeit vorzöge.
Die übrigen Pflichten, welche der Wohlstand im bür-gerlichen Leben eingeführet hatte, bestanden darinnen, daßman seinen Freunden an ihrem Geburtstage Geschenke zu-schickte, diese Tage mit ihnen in Freude und Lust zubrachte,sie auch sonst ernsthaft besuchte, und ihnen bey allen erfor-derlichen Gelegenheiten besondere Glückwünschungen abstat-tete. Daß man sich bey den Zusammenkünften der Fami-lien, bey Hochzeiten und Gastmahlen einsund, wenn mandazu geladen war, die Gesundheiten gleichseitig, ja oftmalsaus demselben Glase, einander zutrank, und auch der abwe-senden und anwesenden Freunde Wohlseyn, einanderzubrachte.
Die Hochachtung, welche man in Rom gegen daSFrauenzimmer hatte, giebt uns Anlaß zu schließen, wie hochsie die Höflichkeit gegen dasselbe werden getrieben haben.Herr Simon giebt hiervon nur die hauptsächlichsten Vor-züge an, deren sie genossen, z. E. daß sie sich durch dieStadt in Sänften tragen ließen, daß man ihnen in denSchauspielen ganz besondere Pläße angewiesen, und dasRecht, was sie hatten, daß sie nach ihrem Tode mit Lei-
chenreden borsten beehret werden.
VII.
Fraguier von dein Alterthume
der Malerey.
W^lle diejenigen, welche von einer gcwissechKunst reden,fangen «emeiniglich dabey an, daß sie deren Ursprunguntersuchen; und dieses erfordert auch die natürlicheOrdnung: denn, außer daß die Kenntniß von den Anfän-gen irgend einer Sache, dem Verstände eine Genüge thut,
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