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vn. Fraguiev
und die Materie, welche man erklären will, in ein großesLicht setzet; so dienet sie auch sehr zu der Entdechung ihreswahren Werthes.
Eben hierdurch nun hat der Abt Fraguier geglaubek,er könne der Malerey, als einer Kunst, die schon an sichselbst so schön ist, einen neuen Glanz ertheilen. Von demAlter dieser Kunst also, las derselbe im 1709 Jahre, derAkademie eine Abhandlung vor, deren die Frau Dacier inihren Noten über das dritte Buch von Homers Ilias,mit Ruhme gedenket.
Es ist moralischer Weise wahr, daß, je älter eine Kunstist, je vortrefflicher ist sie auch; diese Vortrefflichkeit bestehenun in einer Ähnlichkeit und Verhältniß mit der Natur,davon ohnedem eine jede Kunst nur eine Nachahmung oderein Zusatz ist; oder diese Ähnlichkeit und Verhältniß habedie Nothdurft des Lebens zum Endzwecke. Nun kannman nicht zweifeln, daß nicht schon die Natur von sich selbst,zu allen den Dingen geneigt gewesen sey, die ihr nothwendigoder angenehm waren; und daß sie sich nicht auf das ge-schwindeste und eifrigste daran gemacht haben werde, nach-dem nämlich die Nothwendigkeit, oder das Vergnügen sosie daran gehabt, größer oder kleiner gewesen sind: eben sowie man aus der Unentbehrlichkeit gewisser Dinge, oder ausdem Vergnügen, welches die Menschen empfinden, fast un-fehlbar auf deren Alterthum schließen kann. Wenn manalso findet, daß dieser oder jener Gebrauch, schon seit denersten Zeiten gewöhnlich gewesen: so kann man vernünftigerWeise schließen, daß dieser Gebrauch der natürlichen Ver-fassung der Menschen sehr gemäß, und ihnen entweder zuihrem Leben sehr nöthig, oder daß er doch sehr angenehmgewesen sey.
In diese letzte Classe, das heißt unter die Sachen, diebloß angenehm sind, muß man auch, wie es scheint, dieMalerey setzen: indem dieselbe, da sie gar kein Verhält-niß mit allem dem hat, was man eigentlich die Noth-wendigkeiten des Lebens nennet, ganz allein zur Lust der
Augen