Band 
Erster Theil.
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von dem Alterthume der Malerei). 85

erst anfiengen Betrachtungen anzustellen, und durch Erfin-dung der Künste dasjenige zu ersetzen, was dem Elende ih-rer Natur abgieng. Dieses ist eine Freyheit, die man sichbey Untersuchungen von dieser Art nehmen muß, deren Fol-gen die wirklichen Dinge auf gar keine Weise angehen: in-dem diejenigen, die von den Gesetzen und der Staatskunsthandeln, gleichfalls anfangen, die Menschen vor dem Stan-de der gleichseitigen Verbindlichkellen zu betrachten. Sieschränken den Umfang ihrer Freyheit, bis auf die Zeit ein,da die Gesetzgeber sie dem Joche der Gejetze unterworfen ha-ben. Wir wollen uns hier eben dieses Rechts, bey einerFrage von viel geringerer Wichtigkeit und dabey man vielweniger Gefahr läuft, wenn man sich auch gleich betrüget,bedienen.

Der erste Zustand der Menschen hat so kurze Zeit ge-währet, daß man die ersten Zeiten der Welt, als das Reichder Barbarey und als die Zeit der Unwissenheit ansehenkann. Der Mensch wußte noch nichts von der Vortreff-lichkeic seiner Natur; und ohne, daß er sich desjenigen Thei-les seiner selbst, dessen Würde ihn einigermaßen der Gott-heit gleich macht, bediente, so dachte er nur allein auf seineErhaltung. Seine Gedanken erstreckten sich nicht viel wei-ter, als auf die Nothdurft seines Körpers. Die Dichter,deren Kunst alles verschönert, haben diese rohen Zeilen, inZeiten voller Unschuld und Glückseligkeit verwandelt: ja siehaben ihr goldenes Weltalter daraus gemacht. Um aberwieder auf die rechte Einfalt zu kommen, so ist es sehr wahr-scheinlich, daß die Menschen, welche nach dem Vorgebender Dichter, Eicheln gegessen, sich noch nicht sonderlichüber den übrigen Theil der Thiere erhoben gehabt. In die-sem Stande nun, legte sich der Mensch, der zum Nachah-men gebohren ist, und in welchem die Neigung alles nach-zumachen, vieleicht eben keine Tugend ist, von sich selbst aufdie Nachahmung. Alles in ihm both dieser Neigung dieHand. Die Unwissenheit stärkte ihn, wie sie ihn nochheute zu Tage bey den Kinder» und bey denjenigen Leuten

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