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stärket, bey welchen die Einsicht des Verstandes und derUrtheilskraft, nur eine mittelmäßige Stärke haben. DieGegenstände, die er vor Augen hatte, schienen ihn zum Ver-gnügen der Nachahmung einzuladen, und die Natur selbst,die durch Beyhülfe des Lichts und Schattens, alle Sachen,entweder im Wasser, oder auf denen Körpern malet, derenOberflächen glatt sind, lehrte ihn durch die Nachahmung,seinem Geschmacke eine Genüge thun. Der Mensch thut dem-selben auch zu gleicher Zeit zwiefach eine Genüge, weil er,indem er die Körper nachahmet und nachzeichnet, zugleich dieNatur nachahmet, die dieselben auf so vielerlei) Weise be>zeichnet und abbildet. So lehrte denn nun die Sonne,welche plaro, auf eine sinnreiche Art, den geschicktesten vonallen Malern nennet, die Menschen, die ersten Ansängezur Malercy.
So war allem Ansehen nach, der erste Entwurf dieserKunst beschaffen. Denn man muß sich nicht bey gewissenBegebenheiten aufhalten, die man insgemein erzählet, wennman von dem Ursprünge der Malerey redet. Man sagt z.E. daß eine Schäferinn um das Bildniß ihres Geliebten zubewahren, denjenigen Schatten mit ihrem Schaserstabenachgezeichnet, den das Gesicht dieses jungen Menschen indem Sande gewachst. Es giebt noch tausenderley solcheErzählungen, die sich ein jeder nach seiner Einbildungskraftersinnen kann, und welche, sie mögen nun wahr oder falschseyn, dennoch zu nichts anderm dienen, als zur Bestärkungdessen, was ich gesagt habe; ja, die nur besondere Anwen-dungen eines allgemeinen Grundsatzes, und gleichsam Mahr-chen sind, die man zur Erklärung einer Wahrheit erfunden.
Sind nun diese Betrachtungen nicht sonder allen Grund,so kann man mit eben demselben Grade der Gewißheit dar-aus schließen, daß die Malcrey älter sey, als ihre Schwe-ster, die Dichtkunst; ja daß sie um ein gutes vor ihr herge-gangen seyn müsse. Denn nach dieser Art zu schließen, diegänzlich in der Natur gegründet ist, hat diejenige Nach-ahmung, die durch Beyhülfe des Schattens und Lichtes ge-schieht,