von den Leibesübungen der Alten. ISI
um platons Zeiten üblich geworden ; so verstehe er nurdie medicinische Gymnastick.
Diese entstand allerdings später, als die kriegerische;daß heißt, erst damals, als die Krankheiten, die eineFrucht der Unmäßigkeit und des Müßigganges sind, dieMenschen in die betrübte Nothwendigkeit versetzte, die Aerztezu suchen. Diese waren überzeuget, daß nichts so viel zurErhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit beytrage,als eine Bewegung, die der verschiedenen Leibesbeschaffen-heit, dem Alter und Geschlechte gemäß sey; und da sieübrigens die Neigung der Leute zu allem dem kannten, wasnur zur Leibesübung gehöret, so stunden sie gar bey sich nichtan, sich alles dessen zu bedienen, was ihnen diese KunstVortheilhaftes an die Hand geben konnte, um zu ihremZwecke zu gelangen. Nach des Plan Zeugnisse hat derArzt Herodikus zuerst und kurz vor des Hippokrares Zei-ten, die Leibesübungen mit zur Heilungskunst gezogen.Die Aerzte, so nach ihm kamen, und aus der Erfahrungüberzeuget wurden, wie nützlich diese Vereinigung wäre,bemüheten sich diese Kunst immer höher zu treiben. Hip-pokrat hat uns in seinen Büchern, äe Klimme, dieProben davon gelassen, indem er von den Leibesübungenüberhaupt redet, und in Absicht auf die Gesundheit, dieWirkungen des SpazierenS, der verschiedenen Gattungendes Wettlaufens, zu Fuße oder zu Pferde, das Springen,Ringen, das Spiel mit dem aufgehängten Balle, Lorycurgenannt, die Taschenspielerkunst, das Salben, Reiben,das Umwälzen im Sande, und dergleichen beschreibt.
Herr Buretke bemerket ferner, daß, da die Aerztenicht alles überhaupt angenommen hatten, was zur Gymna-stick gehöret; unter ihnen und denen Meistern, die in derKriegskunst Unterricht gaben, oder die Kämpfer auskehr-ten , eine Theilung entstanden sey ; und daß es diese letzteGattung von Leibesübung sey, welche Galenits mit sovielmchrerem Rechte, die fehlerhafte nennet, weil, da sie sichbloß dabey einschränkt, daß sie gute Kämpfer zieht, indem
G z sie