lzo XII. Simon
sten der großen Herren. Man schickte allenthalben Zettelherum, um eine ansehnliche Versammlung zusammen zubringen. Die Hauptsorge gieng dahin, wie man einegroße Anzahl Leute zusammenbrächte, die ihren Beyfallgaben, und daß die Zurufe so ordentlich und ansehnlich ge-schähen, als möglich. Die Reichen, welche gern witzigseyn wollten, hielten dergleichen Leute in ihrem Solde, undliehen sie auch wohl ihren Freunden. Andere suchten sichihre Gunst durch Geschenke und Mahlzeiten zu erwerben,philostrams erzählet von einem jungen Menschen mitNamen Varus, daß er den Gelehrten Geld geliehen, unddenen, die ihn bey seinen Uebungen loben kamen, die Zin-sen gcschenket hat. Es war etwas gefährliches, diese feileLobredner zu erzürnen, indem sie fähig waren die bestenStücke zu stürzen.
Bey diesen Zurüfen ward eö fast eben so gehalten,als bey den Zurüfen der Schauspiele, sowohl was die Mu-sick, als das Einstimmen betrifft. Sie mußten sich aberauf die Sache und auf die Personen schicken. Es gab an-dere für die Weltweisen, andere für die Redner, anderefür die Geschichtschreiber und noch andere für die Dichter;es würde aber schwer seyn alle diese Formeln anzuführen.Eine der gewöhnlichsten war die Soxbos, welche man drey-mal wiederholete. Martini schließt einige andere ziemlichübliche in diesen Vers ein:
Ulloete, Zrauiter, cito, neguiter, cuAe,be3ts.
Die Römer waren in diesem Stücke so fruchtbar als dieGriechen. Sie verschwendeten so gar die Namen der Göt-ter, oder doch wenigstens der berühmten Männer ihre, andiejenigen, die sie erheben wollten. Es war auch nicht ge-nug, daß dieses nur bey jedem Satze der Rede geschah,und insonderheit nach dem Eingänge; sondern man wie-derholte die Zurüfe bey allen schönen Stellen, oftmals auchbey jedem Absätze, und die Schriftsteller wurden zuweilendadurch so sehr belästiget, daß sie die Zuhörer bitten mußten,