Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

146 XVI. Boivit,

an sich selbst schon schwere Stelle, ist durch dielateinischen Dollmetscher ziemlich vernachlässigetworven, deren Uebersetzung noch dunkler ist als derText selbst, und die Ausleger harten wiederum eines Ausle-gers nöthig um verständlich zu werden. Diese Ursachenhatten den jünger» Herrn Boivin bewogen, im 1708 Jah-re dieselbe in einer Abhandlung zu erklären, in welcher ersich bemühet, Homers wahren Sinn festzusetzen, indem erden Text und die Auslegungen selbst erkläret. Weil dieFrau Dacier, welche seit der Zeit Homers Odyssee fran-zösisch herausgegeben, fast in allen Stücken, sowohl wasihre Uebersetzung, als was ihre Noten betrifft, die sie hin-zugefüget hat, mit dem Herrn Boivin übereinkömmt, soverweilet man die Leser auf ihre Arbeit, und setzt hier nurdiejenige Uebersetzung her, die Herr Bowin von obigerStelle und zwar etwas weitläuftig gemacht hat, damit siedesto deutlicher werde. „Wir reiferen, sagt Ulysses, sechs„ganzer Tage, und kamen den siebenden Tag in der hohen„Stadt Lamus, zuTelepylus dem Sitze der Lastrigoni-„er an, ailwo die Schäfer einander ablösen, und wechsels-„weise verschiedene Heerden weiden, und wo in einem Au-genblicke einer hineinkömmt, der andre hinausgeht. Der-jenige der hineingeht, rufet den der in der Schäferey ge-blieben ist, und dieser geht sogleich hinaus und gehorchet„der Stimme, die ihn ruft. Allhier würde ein Mensch,„der sich des Schlafes enthalten könnte, einen doppelten Lohn„gewinnen können; einmal, daß er des Nachts Ochsen hü-„tere, und dann, daß er des Tages Schafe weidete; denn„er hatte eben keinen weiten Weg zu diesen zwo Reisen, die„eme des Nachts und die andere des Tages.

Die Hauptschwierigkeit kömmt auf den letzten Vers an:

Denn die Wege des Tages und der Nacht sind nahe.

Wenn