über eine Stelle der Odyssee. -47
Wenn man die Wege deö Tages durch die Weide erklä-ret, darauf man im Tage eine gewisse Art von Vieh trieb,und durch die Wege der Nacht, eine andere Weide, dahinman des Nachts andere Heerden trieb, so begreift man garleicht, warum diese zwo Arten von Weiden nahe an einan-der gelegen, daß ein Mensch, der sich des Schlafes enthal-ten könnte, eben nicht weit haben würde, um die Reisen desTages und der Nacht zu thun, und daß es ihm folglich wasleichtes seyn würde, einen doppelten Lohn zu gewinnen.
Außer dieser Erklärung schlägt Herr Doivm noch ei-nen andern Sinn dieses lehten Verses vor, der ihm sehr gutzu seyn scheint, ungeachtet er sich auf das Ansehen- keinesScholiasten stützet. Nämlich daß ein Mensch einen dop-pelten Lohn gewinnen könnte, wofern er sich nur des Schla-fes enthielte, weil die zwo Reisen, die er zu thun hätte, dieReise deö Tages und des Nachts, gar zu nahe auf einan-der folgten, um ihm Zeit zum Schlafen zu lassen.
Herr Baudelor macht hingegen ein ganz ander Lehr-gebäude wegen dieserjStelle und der Wohnung der Lästrx-gonier, die Homer darinnen beschreibt:
Er will erstlich, daß die Stadt derLastrpAom'er,
, nichts anders gewesen, als einelange Reihe aneinanderhangender Holen; welche die eine indie andere gebrochen waren, undworinnendieLästrygoniermit ihrem Vieh zugleich herbergten. Daß die Schäfer,die von den Weiden zurück kamen, die andern Schäfer rie-fen, die nach ihnen hingehen sollten, und daß diese garleichtlich den Ruf gehöret, indem eine Hole mir der andernzusammen hieng. Diese seine Meynung stützet er auf dieVerse, welche im Homer auf diese Erzählung des Ulystfts folgen:
«tiraorr-«.
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