iZ8 xix. Morin über einer Stelle
gewesen, durch eine Heerde wilder Esel daraus gerissenworden, welche, da sie zu der Zeit wenn diese Thiere ge-wohnt sind zu saufen, vor der Spitze des Lagers vorbey ge-zogen , sich auf einen Fels begeben, der mit Bäumen undGebüschen umgeben war. Moses als Anführer der Juden,habe bald geschlossen, daß die Esel dieß nicht sonder Ursachethaten, er sey ihnen also gefolget und habe allda einen fri-schen Wasserquell gefunden, der ihrer dringenden Noch einEnde gemacht; um nun in der folgenden Zeit das An-denken dieses Zufalls zu erhalten, so hatten sie in ihremTempel einen goldenen Eselskopf aufbewahret. CorneliusTacirus erzählet eben dieselbe Fabel, allein er vernichtetsie auch selbst, ohne daran zu denken, an zween Orten, in-dem er nämlich im z Buche bekennet, daß sie durchaus we-der eine Bildseule noch ein Bild, in ihrem Tempel, in ih-ren Städten, ja nicht einmal in ihren Häusern geduldet:und im 8 Buche, wenn er von des Pompejus Feldzugeredet, der die Juden unter die Herrschaft der Römer ge-bracht hatte, setzt er hinzu, daß dieser Feldherr aus Neu-gierde in ihren Tempel gegangen und kein Bild darinnengefunden : intus h)eum > v^cusm leciein et
in-inia rircono. Es ist jedoch wahr, daß Antiochus schonlange Zeit vor ihm da gewesen war, und daß freylichPompejus dasjenige nicht mehr darinnen finden können,was jener daraus weggenommen hatte.
Der gelehrte Bocharc giebt hierüber zwo Muth-maßungen an die Hand, die aus der heiligen und aus derseptischen Sprache genommen sind. Die erstere grün-det sich auf den Ausdruck 112, eine der göttlichen Eigen-schaften, die seine Einigkeit anzeiget, und auf das Wort1112 welches aus eben der Wurzel herrühret und einenwilden Esel, ein ziemlich einsames Thier bedeutet. Erwill, daß die Gleichförmigkeit dieser zwey Wörter, denUnwissenden oder boshaften Spöttern Gelegenheit gegebenbaden könne, zwo so entfernte Bedeutungen mit einander »zu vermengen, um nur das jüdische Volk, wiewohl mit
Un-