Band 
Erster Theil.
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aus dem IosepHus. i6i

dem er mit eigener Hand den Ochsen Apis getödtet, die-selben gezwungen, einen Esel an dessen Stelle zu fetzen undihm eben dieselbe Ehre zu erweisen. Wenn man diese hi-storische Wahrheit voraussetzt, so ist es leicht zu begreifen,wie die Griechen und Römer, welche oftmals die Judenmit den Aegyptt'ern vermengten, den erstem eine Abgöt-terey beymessen können, die nur den letztem zukommenkonnte.

Allein warum sucht man denn die Juden so sehr zuschonen, sagt HerrMorin, ihre Irrthümer sind ja zurGnüge bekannt. Man weis, daß trotz aller Behutsam-keit des Moses, trotz allen Flüchen des Gesetzes wider dieAbgötter, sie gleichwohl in tausend Fällen ausgewichen,manweis, daß sie den wahren Gott verlassen, um ein goldenesKalb, den Baal, den Moloch, Astaroth, Beelze-bub, und Baalpeor, anzubethen. Man weis auch, daßdieser letzte Götze, nichts anders gewesen, als der ehrloseGötze, welcher seitdem unter dem Namen Priapus so be-rühmt gewesen, und an dessen Seiten man gemeiniglich,den Esel als sein Leibthier, vorzustellen pflegte.

Wenn man nun nach allem diesen, die Träume derRabbinen noch nach der Scharfe untersuchen wollte, sowürde es was leichtes seyn Hirngespinste darinnen zu fin-den, welche zu dieser Beschuldigung mögen Anlaß gegebenhaben. Haben sie z. E. nicht gesagt, daß eins von denzehn privilegirken Geschöpfen, welche dem Schöpfer gefal-len zu Ende des sechsten Tages zu erschaffen, BileamsEsel gewesen ? Daß der Patriarch Abraham sich ebendieses Thieres bedienet, um das zu Isaacs Opfer be-stimmte Holz zu tragen ? Daß lange Zeit hernach Mosessich desselben bedienet, um seine Frau und seinen Sohn inder Wüsten zu tragen? Daß dieses Wunderthier nochjetzund, wer weis in was für einem eingebildeten Raume le-be, allwo es sorgfältig ernähret und bis zur Zukunft desMessias aufbewahret wird, der darauf reiten soll, um sich

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