172 xxm. Boindin
XXM.
Herrn Boindins Abhandlung, von
den Namen der Römer.
an weis, daß die Römer dreyerley Namen gehabt,deren einer den Ursprung des Geschlechts, und diebeyden andern die Zweige und verschiedenen Per-sonen, derselben angezeiget. Der Gebrauch dieser Namenist so bekannt, daß, wenn man sie alle drey in der natürlichenOrdnung und sonder Abkürzung findet, es keinem eineSchwierigkeit machen wird sie zu erkennen. Allein da esbey den Römern oft geschehen, daß sie entweder abgebro-chen, oder versetzet worden, oder daß man auch verschiedeneandere Benennungen hinzugesetzt, um ihre Häuser und diePersonen desto besser zu unterscheiden, so haben diese ver-schiedenen Gebräuche allerley Schwierigkeiten verursachet,die Herr Boindin sich im 1709 Jahre zu untersuchenvornahm.
Die erste Schwierigkeit betrifft die Abkürzung der un-bekanntesten Vornamen. Z. E. die Vornamen Oecimurund Kimneriu8, waren nicht leicht anderwärts als in dem Ge-schlechte lunia und ksbia gebräuchlich, und wurden beydemit einem einzelnen Buchstaben v. und ^.geschrieben. Dergemeinste Fehler, den man in Ansehung des ersten begeht,ist, daß man veciuü anstatt veclmnr liest, und dem gan-zen Zweige Iunius Brutus Scäva einen Familiennamenstatt eines Vornamens giebt. Bey der Abkürzung des Na-mens k§umeriu8 betriegt man sich eben sowohl. Einige lesenb-lonus, ungeachtet NonUS niemals ein Vorname gewesenist. Einige lesen Luaeus, und gründen sich auf eine Stelleim Valerius , welcher uns lehret, daß das Fürwort an-fangs mit einem 6 geschrieben worden, und daß man nach-mals
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