Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

von der Dichtkunst. ,91

soll ; damit in seinem Staate dasjenige vermieden werde,was sich täglich bey uns eräuget: daß die Gesetze von derGottesgelahrtheit und Sittenlehre, eine Sprache reden, vonwelcher die Sprache des Dichters gerade das Wi-verspiel ist.

Freylich würden, nach dieser vorgeschriebenen Prü-fung , gar wenige von denen Dichtern beybehalten werden,die vor dem plaro gelebet haben : allein, eine gute Ver-fassung des Staats, könnte doch wohl den Sinn der Dich-ter auf die Grundsätze der Welcweisheit lenken, und machen,daß der Inhalt ihrer Arbeiten eben so nützlich wäre, als de-ren äußere Gestalt bewundernöwerth ist.

Hierauf läßt sich Herr Fragmerin eine ziemlich weit,läuftige Beschreibung derer Ursachen ein, die den Plutobewogen, die theatralische Dichtkunst ganz und gar auszu-schließen. Er sagt,

Wenn man die Leidenschaften so erreget, als dasTrauerspiel thut, so heiße das nach Platons Meynung, die-selben nur verstärken. Dieser Weltweise habe sich nicht ein-bilden können, daß man die Leidenschaften besänftigte, indemman sie errege. Diese Meynung wäre für den Aristotelesaufgehoben gewesen, dessen Erklärung dieses Puncts, so wievieler andern, bey seinen Auslegern nicht allemal gleich ist:und nichts sey demjenigen mehr entgegen, was plako impbädon und im 9 und ro Buche seiner Republicksaget.

2. Daß die komische Nachahmung, deren Ergetzungplaro in dem philebus verwirft, ihm, als einem frey-gebohrnen Menschen, unanständig vorgekommen, und sichnur für niederträchtige Sklaven zu schicken geschienen.Herr Fraguier bestärket alle diese Sätze mit plarons ei-genen Worten, die er mehrentheils aus den Büchern vonder Republick und von den Gestyen, hergenommen.

Xe/). 2. z. 5. p. 468 und IO. L-Ar'ö. 7.

x. Zoo. L. 801.802. L.816. L.829. L.LZ4- L.FZZ-etc.rls