Band 
Erster Theil.
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,96 xxvm. Fraguier

sters befreyek hatte. Dieser so glücklich gewählte Augen-blick, den Aeneas und Evander einzuführen, und deruns eine so edete und prächtige Sache vor Augen stellet, istoffenbar aus dem Homer genommen; allein was derKenntniß der römischen Alterthümer durch diese Zusammen-kunft zuwachst, das ist lediglich vom Virgil.

Evander wohnte nämlich gerade an demselben Orte,wo nach der Zeit Rom gebauet ward. Dieftr Anfangvon Rom aber war, wie der Anfang aller großen Städte,von demjenigen Prachte und Reichthums sehr weit entfer-net, in welchem sich Rom zu Virgils Zeiten befand.Dieser Dichter, welcher gar wohl wußte, daß das Wider-spiel einem Gedichte nicht minder Anmuth ertheilet, alseiner Schilderey, sah wohl ein, daß er gewiß gefallenwürde, wenn er in seinem Gedichte den Römern zeigte,aus was für einer Niedrigkeit ihre Vorväter die StadtRom zu demjenigen Grade der Herrlichkeit erhoben hätten,darinnen es damals stand. Eine solche Vergleichung be-schäfftiget auch in der That sowohl die Weisen, als diejeni-gen, welche sich bloß durch die Pracht blenden lassen.Denn vernünftige Leute, betrachten die Armuth und Ein-falt ihrer Vorältern, als die wahren Quellen der bürgerli-chen und kriegerischen Tugenden, die die Hoheit einesStaates zuwege gebracht haben : die andern aber, da sieglauben, sie hätten ihre Erhöhung lediglich sich selbst zudanken, halten sich für desto größer und wichtiger, als ihreAhnen, weil sie reicher und wollüstiger sind. Dieses hatunfehlbar den Virgil bewogen, in seine Aeneis die Be-schreibung der Stadt Rom so anzubringen, wie sie zuEvanders Zeiten gewesen.

Virgil erzählt also, daß den Morgen, nach dem demHerkules zu Ehren angestellten Opfer, Aeneas von selbstenGelegenheit gefunden, Evandern auf das Gespräch vonden Inwohnern und Gebräuchen des Landes zu bringen, woer sich aufhielt. Dieser König nun, der so hoch anfängtals er nur kann, erzählet ihm die alte Geschichte des römischen

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