Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

über Virgils Aeneis. 197

Gebiethes, und den Zustand darinnen diese Gegend gewe-sen, seitdem er aus Arkadien gekommen, um die Lände-reyen längst dem Ufer der Tyber zu bewohnen. DieseWälder ^ sagt er, waren ehemals von Nymphen undLaunen bewohnet, die ihren Ursprung keinem andernLande zu danken hatten ; die Menschen waren plump undgrob, wie die Baume der Wälder daraus sie entsprungenwaren. Sie waren von allen artigen Sitten so weit ent-fernet daß sie auch nicht einmal die Ochsen vor einen Pflugzu spannen, noch von demjenigen zu leben wußten, wassie doch hatten einerndten können. Gamrnus, den seinVater aus dem Himmel gejaget hatte, flüchtete nach Ita-lien , und das war ein Glück für dieses Volk. Er ver-sammelte die Menschen, welche zuvor auf den Bergen zer-streuet umher irrsten, und gründete, durch Beyhülse derGesetze, die er ihnen gab, diejenige glückselige Zeit, welchevon den Dichtern das goldene llVelcalrer genennet wird.So regierte nun Garurnus die Menschen in der Ruheund in einem vollkommenen Frieden. Seine Flucht undseine Rettung dahin, gaben diesem Lande den NamenLatium: allein die Wuth des Krieges und der Geiz, än-derten endlich eine so glückselige Verfassung. Das Volkaus Aujonien und die Einwohner von Gleisten, bemäch-tigten sich einiger Oerter des Landes, und verursachten, daßselbiges seinen Namen mehr als einmal veränderte. DaSVolk ward endlich Königen unterworfen, unter welchenderjenige, den man Tybris nennet, seinen Namen demFlusse gab, der ehedem Albula genannt ward. Hierauferzählet Evander, wie das Verhängniß ihn nach Italiengeführet, und welches diejenigen Denkmäler waren, anwelchen die ganze Nachkommenschaft sich seiner Ankunft da-selbst erinnern würde.

Nachdem er nun dem Aeneas einige besondere Oer-ter gezeiget, so führte er ihn, sagt Virgil, auf den Ort,wo ansetzt das Capicol steht, und welcher damals noch vol-ler Wurzeln und Sträucher war. Ein gottsfürchtiges

N ; Schrs-