202 xxix. Streit unter Homers
VirAiIins ^rancliors et mggnillce. Opprimlt et obruitljomcrum; relinguit eum poli sie. I^grrslio alterim -iu-reg, glterius plumbea. I^lio verus koöta, ille kuraneuz^arrator. I^c>meru8 moler guiäem eil, iecl ru6is et in-6igelia: Viichüu; gutem Den« eil, et melior nstura.
Der Geschichtschreiber dieses Streites, den ein ihm sounbillig scheinender Vorzug verdreußt, kann sich nicht ent-halten, sich selbst ein wenig mit ins Spiel zu mischen, undwiederum eine Abbildung vom Gcaliger zu machen, diemit dem hohen Begriffe gar nicht übereinstimmt, den vieleLeute von seiner Critick haben. Gcalirzers Namen hinter-geht uns, sagt Herr Boivin. Er ist ein sehr witzigerKopf, der fertig Latein schreibt, ein überaus belesener Ge-lehrter : aber er ist ein Starrkopf, und aus Liebe zu seinenLateinern, dermaßen wider die Griechen eingenommen; daßer bey den erstem nur lauter Gutes, und bey jenen nur lau-ter Schlimmes sieht, oder vielmehr zu sehen glaubt. Aufseine Critick kann man sich sehr schlecht verlassen: und werwollte auch wohl auf eines Mannes Urtheil bauen, der dasGedicht von Leander und Hers, dem alten Musaus zu-schreibt? Welch ein entsetzlichst'Schnitzer! da dieses klei-ne Gedicht von einem Sprach'e.n-er des sechsten Jahrhundertsgemacht worden, auch nach einem ganz neuen Geschmackegeschrieben ist, und den guten und unverfälschten Arbeitender Alten gar nicht ähnlich sieht.
Der Pater Rapin ist der letzte Schriftsteller, dessenZeugniß vom Homer und Vrrgil Herr Boivin untersu-chet. Da nun derselbe, nachdem er dem griechischen Dich-ter überhaupt ein sehr großes Lob ertheilet, selbigen hernachauf eine vieleicht noch boshaftere Weise tadelt, als Gcalüger selbst gethan: so rückt ihm unser Geschichtschreiberalle Vorwürfe aus, die sein Ansehen vermindern können.„Wenn der P.Rapin, sagt er, dieIlias so fleißig durch-blättert hätte, als er es mir der Acneis gemacht, so würde„er nicht gesagt haben, daß die Itias, welche nur eine Zeit„von fünfzig Tagen enthält, acht oder neun Monate ent-
„hielte;