Band 
Erster Theil.
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XXXIV. Simon

und Venus, waren außer der Stadt: denn man sah sieals unruhige oder gefährliche Gottheiten an. Doch ist esauch wahr, daß man diese Umstände nicht allezeit beobach-tet hat.

Nachmals nahmen die Vogeldeuter die Vorbedeutun-gen vor ; und wenn diese günstig waren, so zogen sie denGrundriß des Tempels; und dieß nannte man oder lilke-re'I'emss.uin. Der erste Stein ward noch mit mehreren Feier-lichkeiten gcleget. DieVestalen, welche von jungen Kna-ben und Mägdchen begleitet wurden, die Vater und Mut-ter hatten, begossen einen solchen Ort mit dreyerley Wasser;den man auch noch durch das Opfer eines weißen Stiersund einer Kuh reinigte. Der Oberpriester rief diejenigenGötter an, denen der Tempel gewidmet war. Der Steinauf welchem die Nanien der Obrigkeit und des Oberpriestcrseingegraben waren, ward in den Grund mit goldenen, silber-nen und solchen Münzen gelegt, die von rohem Metalle sowie eS aus der Erde kömmt, geschlagen waren, und dießalles geschah unter dem Zurufe des ganzen Volks, welchessich zudrang dabey behülflich zu seyn.

Wenn nun der Tempel gebauet war, so weihete manihn ein. In den ersten Zeiten kam dieses Amt dem ober-sten Magistrate zu. Nachmals nahm man, wegen dervielen Uneinigkeiten die es hierbey gab, seine Zuflucht zuder Macht des Volks. Endlich überließ man diese Ver-anstaltung dem Rathe, doch mit Zuziehung der Tribunendes Volks, welche unter den Kaisern nichts mehr damitzu thun hatten.

Der Einweihungstag eines Tempels war ein feyerli-ches Fest, mit außerordentlichen Freudensbezeugungen ver-bunden. Man opferte Thiere auf allen Altären ; mansang Gesänge unter dem Klänge der Flöten ; der Tempelwar mit Blumen und Schnüren gezieret. Die obrigkeit-liche Person welche die Feyerlichkeit vollzog, legte dieHand auf die Pfosten der Thüre, und rief mit lauterStimme dem Oberpriester um ihm bey diesem Amte behülf-lich