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Erster Theil.
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von den römischen Tempeln. 229

lich zu seyn, indem er ihm die Einweihungsformel vorsagte,die der Oberpriester von Wort zu Worte wiederholte. Siewaren in Absicht auf die Aussprache dieser Worte so gewis-senhaft, daß sie sich einbildeten, ein einziges ausgelassenesWort oder eine Sylbe die vergessen ober undeutlich ausge-sprochen würde, verderbte das ganze Geheimniß. Daherübte sich der Oberpriester Metellus, welcher stammelte,verschiedene Monate, damit er baS Wort Opiieme rechtaussprechen möchte. Die Trauer konnte mit dieser Feyer-lichkeit nicht bestehen ; und man legte sie ab, um in weißerTracht dabey zu erscheinen. Unter diesem Vorwande ka-men des Horatius pulmllus Feinde, indem er den capi-tolinischen Tempel einweihete, und störten die Ceremonie,da sie ihm die falsche Nachricht von seines Sohnes Todebrachten ; allein er hörte sie unbewegt an, und fuhr indem was er angefangen, fort.

Ein Tempel konnte nicht ohne die Bildseule desjenigenGottes eingeweihet werden, der in der Mitte gestellt wer-den sollte. Zu deren Füßen war ein Altar, auf welchemdas erste Opfer was man brachte, in Wasser gekochteHülsenfrüchte waren, und eine Art von Brey, den manunter die Arbeiter auötheilete, die ihn ausgerichtethatten.

Die Namen der obrigkeitlichen Personen waren obenin das Vordertheil derer Tempel gegraben die sie eingewei-het hatten. Diejenigen aber die solche dereinst wieder auf-bauten, ließen, darum daß sie neue Schriften drauf setz-ten, dennoch die alten Aufschriften der Stifter nichtaustilgen.

Da die Tempel dem Gottesdienste geweiht waren, sosah man bey ihrer Bauart auch auf die Natur und Verrich-tungen, die ihnen beygelegt wurden. Es mußten daher, nachdes Virruvius Berichte, des donnernden Jupiters, desHimmels, der Sonnen, des Mondes und des Gottes Ft-dius Tempel, ohne Dach seyn. Eben dieses beobachteteman bey den Bauordnungen. Der Minerva, des Got-

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