9a ^xvi. Herrn Pavillons
ist. Hier bekam unser berühmter Mitbrudcr einen Ge-schmack von der heil. Schrift und den Kirchenvaterndar-innen er es weit brachte, und sich eine bewundernswürdigeFertigkeit erwarb, über allerley Religionssachen zu reden.Bey seiner Rückkunft bekam er das Amt eines Generalsach-walters zu Metz. Ungeachtet er noch sehr jung war, sozeigte er doch gar bald seine großen Gaben zur Beredsam»keit und seine Geschicklichkeit in den Gerichtshändeln. ESkonnte keine Sache vorfallen, von welcher er nicht aus demGrunde unterrichtet zu seyn schien. Das römische Recht,des Königs Verordnungen und die Satzungen dieses Kö-nigreichs , waren ihm bey aller Gelegenheit im Gedächt-nisse , und in den Aussprüchen der Concilien, den päbstli-chen Decreten und der Freyheiten der gallicanischen Kirchewar er nicht minder bewandert. Alle diese Gelehrsamkeit,die mit vieler Vernunft, einem vortrefflichen Gedachtuiffe,einer angenehmen Gestalt, einer glücklichen und ungezwun-genen Art sich auszudrücken, und endlich mit einer Ausspra-che verbunden war, die man von einem vollkommenen Red-ner nur wünschen kann; alles dieses besaß Herr Pavillon,und dieß erwarb ihm in erwähntem berühmten Parlamenteeinen so großen Ruhm, daß selbiges ihn noch jetzo be-dauret.
Ein so trefflicher Kopf und solche seltene Eigenschaf-ten, erforderten einen großem Schauplatz als Metz war,und zwar einen solchen als das Glück selbst ihm zubereitetzu haben schien. Allein dieses Glück ist eine eigensinnigeGottheit, die sich ein Vergnügen draus macht die Ver-dienste zu quälen. Die Veränderung welche in den Staats-sachen vorgefallen war, hatte auch den Glücksumständenseines Vaters Herrn Pavillons ein ander Ansehen gege-ben, welcher nun nicht mehr im Stande war seinen Sohnzu solchen Aemtern zu erheben, wohin man nicht sonder an-sehnliche Glücksgüter gelangen kann. Das gemeine We-sen verlor viel daben; Herr Pavillon indessen gewann da-durch eine Muffe die er niemals gehosset hatte, und deren