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Relzungen seiner Gemüthsart jedoch nicht gleichgültig wa-ren. In dieser süßen Müsse, dabey er allezeit die Ehr--würdigkeit einer Magistratsperson behielt, richtete er sichselbst eine Art von Tribunal auf, dessen Herrschaft die be,sten Köpfe mit Vergnügen erkannten. Er schickte sich alsein wahrer Aristippus in alles. Seine gelinden und un-gezwungenen Sitten waren jedermann beliebt. Er bewaff-nete sich mit der Vernunft, die er andern beyzubringen undin ihr ganzes licht zu setzen wußte, und dadurch war er überandere erhaben. Als ein liebenswürdiger Tadler und denman mitten unter den gewöhnlichen jugendlichen Vergnü-gungen und den Ergötzungen der Welt werth hielt, verließihn niemals ein gewisses weises Ansehen, welches auch dieliederlichsten verehreten. Hakte der Hochmuth einigen An-theil an seinem Herzen gehabt, so hätte es ihm an Gelegen»heiten sich zu erheben, nicht geschlet; und der Umgang, densein schöner Verstand und die Anmuth seiner Unterredungen,mit allen denen Personen verschaffe, aus welchen damalsdie witzige Welt und der geistreiche Hof bestand, hätte ihmleichtlich dasjenige ersetzen helfen, was das Glück ihm ent-zogen hatte. Allein, es sey nun aus Philosophie, oderaus einer gerechten Furcht vor den Gefahren, denen ein wei-ser Mann in wichtigen Bedienungen ausgesetzt ist, oder end-lich aus liebe zur Ruhe geschehen , so gab er bloß seinerMäßigkeit Gehör. Diese gieng so weit, daß, als er nachdiesem zur Erziehung eines jungen Prinzen gerufen ward,bey welchem er ein ansehnliches Glück hoffen konnte, manihn gleichwohl nie bereden konnte, sich dazu zu entschlie-ßen, so viel Erleichterungen und Annehmlichkeiten man ihmauch anboth.
Mein Glück hatte mich mit ihm bekannt gemacht,und die Freundschaft welche ihn mit meinen Verwandtenverband, verursachte, daß ich ihn seitdem beständig gese-hen und gehöret. Warum ist mir es doch nicht erlaubt,Ihnen meine Herren, die unschuldigen Vergnügungen ei-ner ganz geistreichen und liebenswürdigen Gesellschaft vor-
Bb 4 ^ zustellen,