422 I.XX. Des alten Herrn
seine außerordentliche Mildigkeit gegen die Armen, machtedaß er mit Vergnügen auch sein Nothwendiges hingab.Er ward zu einem der Unterlehrer des mazarinischenCollegii erwählet; und bey diesem kleinem Amte, befliß ersich, der gar nicht ehrsüchtig war, mit allen auswärtigenGelehrten im Briefwechsel zu stehen. Unsere Akademiedie ihn angenommen hatte, versprach sich, seine Einsichtenlange Zeit zu nutzen, allein ein schleuniger Tod hatalles unser Hoffen vernichtet.
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I.XX.
Herrn Vaillants,-es Vaters,
Leben; in der öffentlichen Versammlung
^ nach St. Martin 1706 vorgelesen.
Loy Vaillant ward im r6z2sten Jahre den24sten May zu Bcauvais gebohren. Im drittenJahre verlor er seinen Vater. Ein mütterlicherOheim, dem der Tod fast zu eben der Zeit seinen einzigenSohn geraubet hatte, nahm sich seiner Erziehung an.Der Fortgang seiner ersten Studien freuete ihn, und erbestimmte ihn schon zu seinem Nachfolger in seinem Rich-teramte. Da er nun auf dem Todbette lag, ehe seinNeffe noch im Stande war seine Hoffnung zu erfüllen;so machte er ihn doch zum Erben seines Namens und desgrößten Theils seines Vermögens. Dieser Tod verän-derte die Anschläge zu seiner Beförderung. Er verließdie Rechtsgelehrsamkeit, legte sich auf die Arzneykünst,und war noch nicht vier und zwanzig Jahre, als er Doctorderselben ward.
Bis dahin hatte Herr Vaillant, welcher dereinsteiner der berühmtesten Alterthumsforjchsr und der treff-lichste