Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

Vajllants Leben. 401

lichste Münzenkenner seiner Zeit werden sollte, noch garkeine Begierde zu dieserArk von Wissenschaft blicken lassen.

Ein Pachter unweit Beauvais, fand, indem er denAcker umarbeitete, eine große Menge alter Münzen. Ecbrachte sie dem Herrn Vassssrnc, der dieselben untersuchteund anfänglich glaubte, er sahe sie nur so obenhin an.Bald darauf befliß er sich lediglich auf dieselben. SeinVerstand ward gerührt, und seine Neugierde, die bestän-dig durch neue Begebenheiten unterstützet ward , die vonden Geschichtschreibern übel berichtet worden, oder von de-nen sie auch wohl gar nichts gesaget hatten , erlaubten ihmnicht solche Denkmäler aus den Augen zu lassen. SeinGeschmack und seine Fähigkeit zur Münzwissenschaft ent-deckten sich nunmehro. Er erklären sie schon mic so leich-ter Mühe, daß es bey ihm einer Eingebung ähnlich sah,indem solches bey andern erst eine Frucht einer langwierigenUebung ist. So ward denn diese Wissenschaft seine an-genehmste Zeitkürzung. Er widmete derselben seine müs-sigen Stunden, eine Zeit die man immer leicht ausfündigmacht, um dem, was man liebt, nachzuhangen.

Als ihn gewisse häusliche Geschaffte nach Paris rie-fen , so besuchte er den Herrn Gegum, Dechanten vonSr. Germain l Aurerrois, welcher einige Abhandlun-gen über gewisse auserlesene Münzen herausgegeben hatteund kür sehr geschickt gehalten ward. In den Unterre-dungen , die sie von dieser Sache hakten, merkte HerrSeguin die erhabene Fähigkeit des neuen Antiquar» , ermochte ihm nun Fragen thun, oder Zweifel vorlegen, oderMuthmaßungen wagen, oder Entdeckungen angeben.Herr Seczutii erstaunte, daß die Provinz einen Manneinschließen sollte, der solche glückltche Gaben hatte, er ei-lete daher, ihn mit denenjenigen bekannt zu machen, welche,so wie er, die Münzwissenschaft heftig liebten, deren Nutz-barkeit kannten und dieselben in ihre» Cabinettern, alsSchätze einer zärtlichen und kostbaren Gelehrsamkeit, aufbe-wahrten. Dergleichen waren die Herren von Lamoinnon,

C c Bigncm,