Band 
Zweyter Theil.
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>6 IV. Von der Religion

Zuvörderst bemerket er, daß es unter den Heiden ein«Göttinn gegeben, die auf den Wegen richtet, und eine an-dere die auf denselben beschirmet. An diese zwo Göttinnennun, die nichts anders sind, als die Klugheit und der Ver-stand , will er, daß ein Reisender seine Wünsche richte.Wie nöthig sie ihm zuweilen seyn können , das ist allerWelt bekannt.

Die Feldherren unternahmen keinen Krieg, da sie nichtzuvor die Götter um Rath gefragek, um ihren Willen zuerfahren: und diesen Willen ersahen sie, entweder ausden Eingeweiden der Opferthiere; oder aus der Art, wie dasFeuer auf die Theile die sie verbrennen mußten, wirkte.Tenophon führet solches vom Lyrus an, und in einemandern von seinen Traktaten, erkläret er die Bewegungs-gründe dieses frommen Gebrauches. In seinem Oecono-mico sagt Sokrares zum Rritobulus, er sähe wohl, daßdie Opfer die man vor dem Kriege thäte, oder indem manim Begriffe wäre, eine Schlacht zu liefern, nur dazu dien-ten , um von den Göttern zu erfahren, was man thunoder lassen sollte? Wenn Alexander bereit ist, zum persi-schen Feldzuge abzureisen, so richtet er den Göttern zwölfAltare auf, um seine Opfer auf denselben zu bringen.

Die Römer waren in Beobachtung dieses frommenGebrauchs, nicht minder gewissenhaft. Tims Liviusbemerket, daß der Oberpriester, publius Licinius, den<H. Labius pictor anhalten lassen, der nach Sardinienreisefertig war, eben wie vor ihm Lucius Merellus denposthumius Albinus aufgehalten? entweder, weil dieReligionögebräuche mit einiger Nachläßigkeit beobachtetworden; oder weil diejenigen, denen es oblag von der Ge-sinnung der Götter Bericht zu erstatten, nicht gefundenhaben mochten, daß ihr Wille mit dem Vorhaben desje-nigen übereinstimmete, der das Opfer anstellete.

Die Mythologisten und Geschichtschreiber haben ange-merket, daß diejenigen, die die Reisen unternahmen, ihrGebeth an die Schuhgötter desjenigen Ortes gerichtet, von

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