Würde der Israeliten. > Z9
Man untersuchet hier nicht, wer dieser neue Pharaogewesen, der den Joseph nicht gekannt haben soll, dasheißt, der gar keine Acht auf die wichtigen Dienste gehabthat, die dieser großG Mann unter der vorigen Regierunggeleistet hatte. Genug, daß er die Israeliten in eine harteSklavcrey gcstürzet hat: wir wollen sie mir List dam-pfen , daß ihrer nicht so viel werden (6). Manziehe die Bibel und den Joseph zu rathe, so wird mannichts als Sklaven in derjenigen Zeit finden, in welcherman glaubt, die Israeliten wären Meister vom größestenTheile Aegyptcnö gewesen.
Es setzet sich daher alles wider den königlichen Standder Ephrainüten; insonderheit schweiget die heilige Schriftvon dieser Sache gänzlich stille, sowohl als die Propheten:die doch sonst keine Gelegenheit verjaumen, den Hebräernihren Undank vorzurücken. Man weis, wie sie ihnen alleAugenblicke die Wohlthaten zu Gemüthe führen, so sie vonGott empfangen, die Wunderwerke, so er, insonderheit inAegypten für sie gethan: alles aber zielet bloß auf ihre Be-freyung, auf den Durchgang durch das rothe Meer, undvon diesem vorgegebenen königlichen Regimente, wird garnichts gesagt. Die Wunderwerke, welche Gott, wie HerrBoivm sagk, gethan haben soll, um sie zu Herren vonAegypten zu machen, unter welche er den Stillstand derSonnen zahlet, und daß Vaheb oder Typhon, von einemFeuerwirbel verzehret worden; alle diese erstaunlichen Wun-der sind vergessen, man muß sie in einem Verlornen Buchesuchen: dahingegen die andern, fast auf allen Seiten derheiligen Schrift vorkommen. Ist es nun nicht natürlichzu glauben, daß, wenn die heilige Schrift sagt, Gotthabe Wunderwerke in Aegypten gethan, man solches vondenen Wunderwerken verstehen müsse, die Gott gethan, umsein Volk zu besreyen, welches auf eine so merkwürdigeWeise aus dem Königreiche gieng, so wie es auch die Pro-pheten verstanden haben, die sich so oft darauf beziehen.
C 4 Endlich
M Am angezogenen Orte.