54 VIII. Hm. Simons Abhandlung,
Vlll.
Hrn. Simons Abhandlung,
von der Gastfreyheit.
1712.
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Gastfreyheit, welche sich auf die Verbindungengründet, welche die Natur unter den Menschengemacht hat, muß fast so alt seyn, als die Welt selbstist. So glaubt auch Herr Simon, in einer Nachricht,die er im 17,2 Jahre, der Akademie von dieser Sachevorlaö, daß sie schon von den urältesten Zeiten an, imGebrauche gewesen. Da die Erde zu derselben Zeitnicht sonderlich bewohnet war, so würden diejenigen,die eine neue Wohnstatt suchten, oder sich auf ihrenReisen verirreten, oftmals Gefahr gelaufen haben, vonden wilden Thieren zerrissen zu werden; wenn sie nichtgesellige Menschen gesunden hätten, die sie aufnahmen,und ihnen die Oerter zeigten, wo sie ihre Herberge auf-schlagen sollten.
Kann man gleich von den zwey ersten Jahrhunder-ten, die auf die Sündfluth folgten, nicht anders alsnach Muthmaßungen urtheilen: so ist doch aus der hei-ligen Schrift so viel gewiß, daß die Gastfreyheit eineganz eigene Tugend der Patriarchen gewesen. Wasman in dem ly Cap. des i Buchs Most, im 29 Ver-st, von Abraham und Loch liest, das ist eine un-leugbare Probe davon. Es ist wahr, daß diese Tugendin engern Schranken ausgeübet ward, als die Jsraelitenvon Gott Befehl erhielten, mit den benachbarten Völ-kern allen Umgang aufzuheben, um die ansteckende Seu-che