Band 
Zweyter Theil.
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von der Gastfteyheit. AZ

che der Laster zu vermeiden. Mein, ohne hier von denIdumaern und Aegyptiern zu reden, die nicht mitunter diesem Gesetze begriffen waren, und welche von denHebräern allezeit mit Müdigkeit ausgenommen wurden:so ward auch diese Tugend unter ihren Brudern sehrausgeübet; insonderheit in der betrübten Zeit ihrer Ge-fangenschaft, von welcher wir wissen, daß sich Tobiasgänzlich damit beschäfftiget hat.

Die Aegyptier, welche unfehlbar von den Hebrä-ern gehöret hatten, daß Gott zuweilen die Engel untermenschlicher Gestalt auf die Erde geschicket, glaubten inder folgenden Zeit: daß die Götter selbst, oftmals dieGestalt der Reifenden annähmen; um theils die Unge-rechtigkeit der Menschen zu strafen, theils ihrer Grau-samkeit Einhalt zu thun. Unfehlbar war diese Meynungdie Ursache, daß in Aegypten die Rechte der Gast-freyheit so heilig und ehrwürdig waren. Die gütigeAufnahme, die man dem Mmelaus und der Helena,zur Zeit des trojanischen Krieges erwies, und die häu-figen Reisen der griechischen Weisen nach Aegypten, sindsichere Zeugen von der Gastfreyheit der Aegyptier. DaHomer die Vortrefflichkeit der Gastfteyheit, auf die Mey-nung von den vermeynten Reisen der Götter gründete,die er in Aegypren gelernet hatte; und da die anderngriechischen Dichter ausbreiteten, daß Jupiter selbst oft-mals mit den andern Göttern die Erde besuchet hatte;entweder um die Unordnungen wieder gut zu machen,die die Sündstuth verursachet hätte; oder den Lykaonzu bestrafen, der seine Gäste erwürgeke; oder sonst umanderer Ursachen halber: so war es nichts wunderwür-diges, daß die alten Griechen die Gastsreyheit für dieje-nige Tugend hielten, die den Göttern am angenehmstenwäre. Sie ward daher auch in ganz Griechenlandüberall ausgeübt. Da die Beyspiele davon viel zu be-kannt sind, als daß man sie hier anzuführen brauchet:

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