6c> IX. Des Herrn Abt Ballier
Der erste Minos.
Die Geschichte großer Männer, die in den soge-nannten fabelhaften Zeiten gelebet haben, ist allezeit mitden Erdichtungen der Poeten vermischet. Ovid undHygin z. E. erzählen die Geburt des Minos so: Ju-piter verwandelte sich in einen Stier, und entführeteEuropa, eine Tochter Agenors des phönizischen Kö-niges. Nachdem er sie nun auf die Insel Arera, wo-selbst er regierte, geführct, so zeugte er mit ihr dreySöhne, den Minos, Aeakus und Ahadamanms.Es ist unnütz allhier anzuführen, war Paläpharus, unddie andern Mythologisten wahrscheinliches erdacht haben,um das, was in den Dichtern fabelhaftes ist, mit derGeschichte zu verbinden. So viel erhellet zur Gnüge,daß diese Begebenheit auf die Rechnung des Generalsdes kretischen Königes gesetzt werden müsse, welcher diesePrinzeßinn auf einem Schisse entführet, welches amVordertheile das Bild eines Stiers hakte, und nach da-maligem Gebrauche den Namen dieses Thiers führete.dtavis et s piÄL callllle nvmcn trabet s?).
Oder, wofern man sich auf den Bocharc (*) beziehenwill: so gab die doppelte Bedeutung des phönizischenWortes ^Ipbg, oder Hxba, welches ein Schiff', oderauch ein Stier heißt, zu dem Wunderbaren Anlaß,welches sich in dieser Geschichte trifft. Zum wenigstenist so viel in der alten Geschichte gewiß, daß die Eu-ropa nach Creta gekommen, allwo sie den Minos,den ersten dieses Namens, zur Welt gebracht. Nachdem Tode des Jupiters Asterius, stritten sich seinedrey Kinder um die Krone, und Minos erhielt siedurch Neptuns Beystand, wenn wir dem Apollodorglauben; das heißt, das Wunderbare absondern wollen,was er in diese Begebenheit mischet, als ob dieser Prinzauf dem Meere die Flotte des Sarpedonv und Rhada-manrus, geschlagen hätte. Als
sS) Oviä. in ksi. parräir f*) Lösn. b. r c. z.