von den Gebrauchen der Römer etc. 77
gen Orten, wo man die Stadthore anzulegen gedachte, hobman den Pflug von der Erde auf, um daselbst das Erd-reich nicht zu öffnen.
Diese Ceremonien enthielten folgende Geheimnisse.Die Tiefe der Furche deutete an, mit was für Dauerhaf-tigkeit der Grund der Mauern gelegt werden müßte, damitihre Festigkeit und Dauer gewiß wäre. Das Pflugeisenwar von Stal; um den Ueberfluß und die Fruchtbarkeitanzuzeigen, welche man dem neuen Wohnplaße zu verschaf-fen wünschte. Diejenigen, die die Geheimnisse der Ca«bala verstehen, wissen, auf was für Weise die Rosenkrcu-zer den Stal der Göttinn Venus geweihet haben. Manspannete vor den Pflug einen Stier und eine junge Kuh.Die Kuh gieng an der Seite der Stadt, anzudeuten; daß dieSorge für dasHauswesen dem Frauenzimmer zukomme,derenFruchtbarkeit zur Vergrößerung der Republik beyträgt:und der Stier, ein Sinnbild der Arbeit und des Ueber-flufleS, der auf der Landseite eingespannet war, lehrte dieMänner, daß der Feldbau ihnen zukäme; und daß sie dieSicherheit der Republik, durch die Sorgfalt für alles wasauswärts vorfiel, verschaffen müßten. Jedes von diesenThieren mußte weiß seyn, um die Bürger zu ermähnen:daß fie unschuldsvoll leben, und diejenige Einfalt der Sit-ten beybehalten sollten, deren Sinnbild diese Farbe allezeitgewesen ist. Das ganze Stück, allwo die Pflugschaaredurchgedrungen hatte, ward für unverletzlich gehalten; unddie Bürger mußten bis auf den Tod fechten, um das, waswir Nlaurm nennen, zu vertheidigen; denn es war nie-manden erlaubt, sich einen Weg hindurch zu machen. Wersolches auch nur begehrte zu thun, der that schon eine Feind-seligkeit: und allem Ansehen nach schaffte RomuluS seinenBruder unter dem scheinbaren Vorwande dieser Entfielst-gung über feite.; in der That aber deswegen, weil er ihnnicht für denjenigen Mann hielt, der ihm die Hinterlistverzeihen würde, deren er sich bedienet hatte, als sie beyde