von den Gebrauchen der Römer rc. 79
schädlich anzusehen. Da aber dieser Gebrauch abkam, sosah man nachmals auch die Stadtthore als heilig an; jaselbst zu der Zeit, da man noch die Todten außer derStadt begrub.
Wir haben schon angemerket, daß man die Erdklößer,welche die Pflugschaare auswarf, von der Landseite nach derStadt zu schmiß. Dieses that man, um die neuen Bür-ger zu lehren, daß sie sich bemühen sollten, alles in dieStadt zu schaffen, was sie draußen fänden, und ihneninwendig nützlich seyn, oder sie bey benachbarten Völkernangesehen machen könnte; ohne den Fremden etwas zukom-men zu lassen, dessen Beraubung dem Vaterlande Scha-den zuziehen möchte. Um nun auf das Erdreich zu kom-men, was unten an den Stadtmauern war, und von denLateinern koüinurium und komoerium genennet wird: sosind die Kunstrichter üb« dessen Lage sehr uneins. Einigewollen, daß es sich nicht auf den an die Mauer gränzendenTheil erstrecket, der nach der Landseite zu gelegen; undschränken es nur auf den Zwischenraum ein, der zwischender Mauer und den innern Gebäuden der Stadt gewesen.Andere hergcgen erstrecken es auf das Erdreich, welchesam Fuße der Mauer auf der Landseite gewesen, und woman nicht mehr anbauen noch ackern durfte, aus Furcht,den Grund der Mauren zu erschüttern. Noch eine dritteMeynung setzet das komoerium, sowohl innerhalb, alsaußerhalb der Mauer.
Die erste Meynung, die es auf den Raum zwischender Mauer und den inwendigen Gebäuden einschließt, derdieselben von der Mauer trennet, gründet sich auf das An-sehen Varrons, Plutarchs und deß Julius Pollux. Die-jenigen, die dieses annehmen, lassen das komoerium nichtweiter gehen, als inwendig bis an die Mauer, in denZwk-schenraum zwischen der Ringmauer und den Gebäuden.
Die zwo andern Meynungen gründen sich auf fol-gende zwo Stellen. Die erste ist aus dem Livius, undheißt ungefähr so: „komoermm, wird, wenn man nur
„auf