vom Handeküssen. 9Z
Also ist das Händeküssen, es sey nun, daß man an.dem aus Ehrfurcht die Hände küsset; oder die Hand zumGrüßen an den Mund legt, unter allen Gewohnheiten die-jenige , die sich am allermeisten in der Welt auögebrei-let hat. Gleichwohl versichert Herr Morin, daß dieserGebrauch vieles von seinen Vorrechten verlohren. Mansieht es heute zu Tage für eine gar zu große Vertraulichkeitoder Niederträchtigkeit an, wenn man die Hände dererküsset, mit denen man in Gesellschaft ist; und er würdefürchten, daß diese Gewohnheit endlich gar eingehen möch-te, wenn nicht noch die Liebhaber für deren Beybe- 'Haltung Sorge trügen.
XV.
Herrn von Valois Abhandlung,
von den Reichthümern des Tempels zu
Delphis, und den verschiedenen Plünderungenso er erlitten. 1715.
ANie Reichthümer des Tempels Apollons zu Delphis sindvon den ältesten Zeiten her für so wichtig gehaltenworden, daß Herr Valestus im r?izten Jahre geglaubethat, es würde nicht undienlich seyn, zu untersuchen: worin-nen diese Schätze eigentlich bestanden? und in einer histo-rischen Erzählung die Prinzen oder Feldherren zu bemer-ken , denen sie nach und nach zum Raube gedienet ( *).Allein damit diese Erzählung desto merklicher würde, somußte zuerst der Zustand des Gebäudes dieses Tempels,wo diese Schätze aufbehalten wurden, beschrieben werden.
Herr
(*) Siehe des Herrn Harduins z Dissertationen von dem dekphjschen Orakel, dieses ll. I'. der äs I' Lezä. Lc.