uz xvm. Erklärung über das
gebrechen anfiengen, so habe man von dieser Menge alleKinder abgesondert, die ein Jahr hindurch gebühren wor-den, man habe sie den Göttern gewidmet, und sie, sobaldsie in die Jahre gekommen, daß sie ihr Glück anderwärtsselbst suchen können, wohl bewaffnet fortgeschickt, um sichanderweitig niederzulassen. Kann man nun hieraus wohlschließen, daß diese Arten von Colonien, Vcr lacrum, eingeheiligter Frühling, genennt werden konnten? Es istbey diesem gelehrten Schriftsteller von einer geweihten Ju-gend, und von der Geburt eines ganzen Jahres die Rede;aber, es wird so wenig des Frühlinges, als anderer Jahrö-zeiten, gedacht. Will man aber", mit einem unserer er-sten Zusammenschreiber sagen: dieß sey eine Art eines gehei-ligten Frühlings, äö-L- -n : so bringt man nur
eine überflüssige Metaphore an, daran der Verfasser des Ori-ginals gar nicht gedacht hat.
Des Strabo Zeugniß ist den Anhängern der entge-gengesetzten Meynung nicht günstiger, als des Dionysiusvon Halikarnaß seines. Dieser Schriftsteller redet voneinem Gelübde, welches die Gamniren gethan, den Göt-tern alles aufzuopfern , was ein Jahr hindurch in ihremLande gebühren würde: da nun die Kinder in dieß Gelübdemit eingeschlossen waren, so schickten sie selbige unter demSchuhe des Gottes Mars, in das Land der Vpiker, all-wo sie sich niederließen. Nichts ist dieser Begebenheit ge-mäßer, als was wir aus dem Livius angeführet haben;und Strabo hätte hier eine schöne Gelegenheit gehabt, dasGelübde der Samniter, Ver lacrum zu nennen: gleich-wohl hat er es nicht gethan. Es ist also offenbar, daß derBegriff, den man mit dem Ver lscrum verbunden hat,der einzige sey, den die Römer von dieser Art von Gelübdengehabt, dessen Namen selbst vieleicht in den SibyllinischenBüchern gestanden haben mag: denn man begehrt hiernicht die Römer für Erfinder dieser Art von Opfern aus-zugeben ; man hat nur ihren Begriff davon festsetzenwollen.
Der