126 XXI. Pmart wegen einer Stelle
derhei't dasjenige betraf, was die Kirchenzucht angieng;in weltlichen Sachen aber, hatte er gar nichts zu sagen.Man durchsuche die Geschichte dieser Hohenpriester, vornAaron an, bis auf die Zeiten der Maccabaer, so wird mankeinen einzigen finden, der sich eine Erkenntniß in bürger,lichen Dingen angemaßt, noch Kriegsheere anzuführen be-gehrt hätte; auch selbst in denen Kriegen nicht, dieaufGot-tes Befehl geführet wurden, und die man die Kriege desHerren nennen könnte.
Zur Zeit der Republik, hatten die Hebräer, Richter,die den Staat regierten, und auf diese, folgten die Könige.Man sieht auch nicht, seit der Stiftung der hebräischenRepublik, bis auf die Zeiten der Maccabäer, daß die Rich-ter, oder ihre Nachfolger, die Könige, sich das hoheprie-sterliche Ansehen angemaßt hakten. JonathaS, und Si-mon, waren die ersten, die in ihrer Person, die weltlicheMacht, mit der geistlichen Gerichtsbarkeit vereinbarten;(i Macc.) und seitdem setzte sich Aristobulus der Hohe-priester , Johann Hirkans Sohn, und Simons, vondem Geschlechte der Asmonäer , Enkel, die Krone aufdas Haupt, und war der erste unter den Juden, welcher Kö-nig und Hoherpriester zugleich gewesen.
Nicht, daß es nicht unter den Hebräern Könige ge-geben haben sollte, die den Vorrechten des HohenpriestersEingriffe gethan hätten; aber das hohe Priesterthum selbsthaben sie nie beseffen. Dem Könige Saul ward es vomPropheten Samuel hart verwiesen, daß er bey einem Opferso er dem Herren gebracht, die priesterlichen Verrichtungenverwaltet hätte. IB- Sam. tZ. v. 9. Dieses Unterneh-men zog ihm den göttlichen Fluch zu ; und König (L>jras,ward nicht nur von dem Priester sehr hart bestraft, daß ersich die Freyheit genommen, auf dem RauchopferaltarWeihrauch anzuzünden, und ein Brandopfer zu thun, wel-ches nur des Hohenpriesters Verrichtung war; sondernGott schickte ihm auch noch den Aussatz, weil er sich eines
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