Sophokles Oedipus sey. izz
Menge von Priestern braucht, so ist es auch nicht nöthig,durch eine Verbesserung, die sich auf kein Ansehen irgendeiner Handschrift gründet, welche hinein zu bringen.
Man kann dem griechischen Scholiasten und allen an-geführten Ursachen, das Ansehen des Herrn Dacier ent-gegen sehen. Allein, Herr Boivin greng selbst mit derEntscheidung dieser Sache an ihn, als an einen Richter,der eben so billig, als erleuchtet ist. Ich habe mich,sagt Herr Dacier, wider die Anmerkung des griechi-schen Scholiasten erkläret, welcher will, daß Ju-piters Dberpriester mir diesen Rindern , hier alleinsey. Diese Meynung wird durch die Folge wider-legt; denn zu Ende des Aufzuges, nachdem die Rin-der davon gehen, um das Volk zu versammlen,bleiben die Greift stehen, und machen den Chor aus.
Die Ursache, welche den Herrn Dacier bewogen, vonder Auslegung des alten Scholiasten abzugehen, ist entschei-dend; wofern das, was er voraus setzt, wirklich so ist, alser es voraus setzt. Allein Herr Boivin sieht nichts, wasdasjenige bewiese, so Herr Dacier vorgiebt; nämlich, daßzu Ende des Aufzuges, die Kinder davon gehen, um dasVolk zu rüsten, und daß die Alten bleiben und den Chorausmachen. Er will vielmehr, daß der Befehl, das Volkzu versammlen, nicht den Kindern, sondern einer stum-men Person gegeben wird, die man nicht nennt. IhrRinder, spricht Oedipus, steht auf, und tragt diefeZweige weg, die sich nur für Flehende schicken; einanderer aber versammle hier indessen das Volk desRadmus. Was die alten Priester betrifft, welche, wieHerr Dacier will, da bleiben sollen, um den Chor auszu-machen, so scheint es nicht, daß an irgend einem andernOrte des Stücks, ihrer einige Erwähnung geschehe. ZuEnde deö ersten Aufzuges befiehlt der Oberpriester den Kin-dern, wegzugehen: Ihr Rinder, sagt er, wir wollenaufstehen, denn wir sind nur hergekommen, zu hö-ren, was der Prinz uns ankündigen würde. Da er
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