Band 
Zweyter Theil.
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iz8 xxm. Was der Chor in des

die andern zertheilen sich rund herum, und besetzen die ver-schiedenen Zugänge des ödipischen Palastes. Der Chorkömmt singend herein , oder er fährt vielmehr im Singenfort; denn schon zuvor, hatte man die Lobgesange, fürdas Heil der ganzen Stadt gesungen.

Allein, so fährt Herr Boivin fort, dasjenige, wasunleugbar zu beweisen scheint, daß in diesem Trauerspiele,der Chor daß ganze Volk sey, ist dieß: daß in dem ganzenfolgenden Auftritte, welcher unmittelbar auf den ersten Zwi-schenraum folgt, Gedipus, der den Chor anredet', dasWort an das ganze Volk führet. Ihr Bürger desNad-rnus, spricht er, seht dieses kündige ich euch allen öf-fentlich an: welcher unter euch um den Mord desLajus, des Sohns des Labdakus, erwas weis, dembefehle ich, mir zu offenbaren, was ihm davon kundist. Das übrige dieses Auftritts setzt ebenfalls nothwendigdie Gegenwart des ganzen Volks zum voraus. So ant-wortet auch der Chor, oder der Anführer des ganzen Hau-fens, im Namen aller Thebaner: ich bin weder derMörder, noch der Mitschuldige an dem Tode desLajus. Wie kann man nun noch behaupten, der Chordieses Trauerspiels, sey jene Zahl von Opferpriestern, dieman im Anfange des ersten Aufzuges zu sehen glaubte?Man kann sogar die offenbaren Widersprüche, die sich anvielen Orten des Stückes zeigen; in welchen man mit demChöre, bald, als mit einer einzelnen Person, bald, alsmit einer Versammlung ansehnlicher Bürger, und baldals mit dem ganzen Volke, redet, nicht anders vereinigen,als wenn man sagt: der Chor dieses Stückes, sey das ganzeVolk, und werde durch eine Anzahl der vornehmsten Bür-ger, und durch das Oberhaupt, oder den Redner dieserVersammlung, vorgestellet.

Herr Dacier behauptete in einer Abhandlung, dieer wenige Tage darauf in der Akademie vorlas, durch neueGründe, die Meynung welche er schon in seiner Erklärung. über Aristotels Poetick vorgetragen hatte ; und nachdem

er