Stelle im Horaz. 175
Ursache davon zu geben, als seinen Geschmack:
-vcra er Aenuili» vicietur leÄio. Von nun an haben dieNeulinge volles Recht, mit den Alten alles zu machen,was sie wollen.
Uebrigens muß man bemerken, daß Lambin dererste gewesen, der die Lesart lärcbaicis, hauptsächlich inAufnehmen gebracht hak. Denn vor ihm, hatten die mei-sten Ausgaben, oder fast alle, arcbigcis; ohne daß maneine einzige finden könnte, die arclwicis hatte. Theodorpulmann, welcher verschiedene Handschriften, und bo->razianische Ausgaben, zu Rathe gezogen, führt nur eineeinzige an, die areliLicis hat; so daß man voraus setzenmuß, alle andere haben gehabt.
Herr Bentley, der letzte horazisthe Herausgeber,sagt, alle alte Bücher hätten Arctiigcis. Er hat in keinerHandschrift gefunden, eine so große Anzahl er
auch mit einander verglichen.
Es scheint also ausgemacht genug zu seyn, daß dieLesart ^rclii-rcis durch das Ansehen der Handschriften, undalten Ausgaben, genugsam unterstützet sey , und daß dieandere es gar nicht ist.
Man könnte hier einwenden, daß zuweilen die klei-nere Zahl der Handschriften , der großem vorgezogen wer-den müsse. Allein, man antwortet, daß es nur zweenFalle giebt, in welchen dieses statt hat. r. Wenn die ge-ringere Zahl der Handschriften, ungleich älter ist, als diegrößere. Und 2. wenn die Lesart, welche aus der größer»Anzahl der Handschriften erhellet, offenbar ungereimt, bar-barisch, fehlerhaft und ihres Urhebers unwürdig ist; in-dessen daß die Lesart der kleinern Anzahl der Handschriften,alle Kennzeichen der Wahrheit hat, wenn man sie nach denRegeln der Critik untersucht. Dieses hat nun niemandnoch unternommen, und wird es auch niemals mit gutemErfolge unternehmen. Die Handschriften, in welchen