2c>4 xxxi. Coutüre über eine Stelle
nem Maler nachgeahmet hat, der alle Schönheiten seinesLandes zusammen holete, um das Bildniß der Venus zumalen; oder wie es diejenigen Dichter machen, die, umHerkuls Heldenmuth zu vermehren, seine Geschichte mitden Begebenheiten aller derer vollpfropfen, die einerleyNamen mit ihm geführet. In der That vermenget er,den Sohn, den Vater und Großvater; und, ungeachtetein jeder von diesen drey großen Männern, Stoff genug zueinem sehr schönen Gemälde geben könnte: so will er dochlieber alles, was man in diesen drey Leben herrliches findet,in einen einzigen Gesichtspunkt bringen; um seiner Abschil-derung desto mehr Starke und Glanz zu ertheilen.
Wird man nicht sagen, wenn man obiges Stückliest, daß dieser Gcipio, dem seine Spottrede das Bau-herrnamt kostete, eben derselbe sey, der die Mutter der Göt-ter beherberget? daß es eben derselbe sey, der den Königvon Numidien mit Krieg überzogen, den Tribun TiberiusGracchus umgebracht hat, und nachmals Oberhaupt desSenats geworden ist?
Um die Irrthümer sichtbar zu machen, in welche sichValerius Maximus in angeführter Stelle verwickelt hat,macht der Herr Abr Coutüre einen Auszug aus der Ge-schichte derer drey Gcipionen, die dieser Schriftsteller soübel vermenget. Der erste Gcipio, der den ZunamentTlasrca führeke, war ein Sohn des Cn. Gcipio, wel-- cher in Spanien, nebst seinem Bruder publius, dem-Vater des africanischen Gcipio , im 541 Jahre Roms,und im 8 des andern punischen Krieges, erschlagen ward.Dieser Gclpio hatte noch kein öffentliches Amt gehabt, jaer war noch nicht einmal Quästor gewesen , welches Amt,nach dem Cicero , die erste Stuffe zu den Bedienungenwar, priiuus Zrgchi« koncmis: als das durch herrschendeKrankheiten und öffentliche Drangsaalen geängstigte Rom,nach pesslnunr in Phrvgien, eine berühmte Gesandschastschickte, die Göttinn Cybele zu befragen. Das delphi-sche