254 XXXIX. Baudelots Erklärung
wenn wir dem Asconius glauben. Cicero schreibt im i;Briefe seines 12 Buchs an den Atticus, daß er sehr reichgewesen: OINIÜNO Lornulicius locuj)le8 eil. Allein, wasihn von allen andern berühmten Römern seiner Zeit unter-schied, war seine Gelehrsamkeit, sein WiH, und daß erwegen seiner schönen Eigenschaften verdiente, zu den höch-sten Ehrenstellen der Republik erhoben zu werden- DießZeugniß giebt ihm eben derselbe Cicero , mit welchem erin gelehrtem Briefwechsel stand. Ich habe gemerkt,sagt dieser römische Redner, in einem seiner Briefe an denCornuficius, daß wir nicht gänzlich einerley Mey-nung sind. Es war die Rede von der besten Art der Be-redsamkeit, vs optimo geusre clicsnäi: welches einenauf die Gedanken bringt, (dieß sey im Vorbeygehen ge-sagt:) daß dieser Römer von eben der Materie geschriebenhaben müßte: und in der That bestätiget es auch C)uinki-lian, wenn er von denen redet, die von der Rhetorik oderBeredsamkeit geschrieben haben. Lcriplit, sagt er, clssacleui rnawria n»n prruca Oornnliclu;. Cicero endlichmacht das !ob vollkommen, wenn er ihm sagt: nun clssuinmo ingenio, et äe optmÜ8 tuj ,8 lluclu5, et cie Isis am-^IllUrnae clignitatis ita juchcare, ut neiuinem ribi antepo»nam, camp-ircur panaos. Die Wissenschaft dieses Rö-mers, so hoch sie auch war, ließ sich dennoch zuweilen auchauf ganz grammatikalische Materien herunter, indem ersich auf die Untersuchung des Ursprunges und der Wortab-leitungen der lateinischen Sprache geleget, davon er einenTractat geschrieben hatte, welchen Verrius Flaccus, odersein Abkürzer Festus Psmpejus, anführet.
Was Makrobius von einem Gedanken des Cornu-ficius anführet, der die Sonne mit dem Jupiter verwech-selt: so hat Herr Baudcloc von der Religion dieses Rö-mers einen so vortheilhaften Begriff, daß er muthmaßek;er sey der Meynung dererjenigen ergeben gewesen, die nureinen einzigen Gott, unter verschiedenen Namen, oder Ei-genschaften, angebethet haben.
Seine