Vermaledeyungen. 29
danken hast, denen beweise, in ihren, ganzen Leben,eine Ehrfurcht »die derjenigen auf keine weise et-was nachgebe, die du den Göttern erweisest, placolehret die Menschen, sie hatten in ihren Hauscapellen,keine ehrwürdigern Gottheiten, als einen unter der Last derJahre seufzenden Vater, oder eine hochbetagte Mutter. 4
Dieß ist also die Pflicht der Kinder gegen ihre Väker;und zwar so hoch getrieben als nur möglich ist, da sie so-gar zu einem ausdrücklichen Religionspuncte wird. Hier-aus nun entstund, daß diejenigen, welche diese Pflichtverletzet hatten, den Zorn und die Flüche eines Vaters,nicht minder scheueren, als den Zorn und die Rache derGötter selbst. Die Vater, sagt plats, welche die Quelledes Glücks ihrer Kinder sind, welche ihnen dasjenige er-zeigen, was sie ihnen schuldig sind, nämlich Ehre und Ehr-erbiethung; eben diese Väter, werden durch den Willender Götter, ihren Kinden schädlich, wenn sie von densel-ben verachtet werden, (er hätte noch hinzusetzen könnenoder verachtet zu werden glauben ) Dergleichen fährt erfort, sehen wir, amtvedipus, Amymor und Theseus.Und an einem andern Orte lehret er, daß die GöttinnNemests, die Verwalterinn der göttlichen Rache, einebesondere Aufsicht über die Beleidigungen hat, so die Kin-der den Aeltern erweisen.
Die Verwirrung eines durch seine Verbrechen unddie darauf folgende Reue, beunruhigten Gewissens, hatzu dieser Göttinn, und noch mehr zu den Furien, Anlaßgegeben. In der That wenn es wahrscheinlich ist, daßdie Furcht, wie ;Euripides sagt, die mehresten von.de-nen Göttern hervorgebracht hat, die in Griechenland ver-ehret wurden ; so ist es auch gewiß, daß sie die Furien erdich-tet hat- Denn man muß, wie Cicero sagt, dasjenigenicht glauben, was man oft in den Trauerspielen sagt: daßes die Furien seyn, welche mit ihren Fackeln, die Seelender Ruchlosen mit Schrecken und Verwirrung erfüllen;
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