56 vi. Massen, von den
dieses Uebel würde nicht eher aufhören, als bis man demMelicerres zu Ehren, Trauerspiele angestellet haben würde.Als nun die Rorimhier diesen Befehl mit ziemlicher Nach-lästigkeic vollzogen, so steng die Pest wieder von neuem an.Slfypdus fragte daher das Orakel noch einmal: welchesihm befahl, die fcyerlichen Spiele, zu Ehren des Meli-cerres, auf immerdar einzusetzen.
pindar führet (Itllim. 6. v. z.) an, daß einsmalseben dieser König die Meernymphen tanzend am Ufer ge-funden , und daß sie ihm eben dasselbe befohlen. Manfeyerte diese Spiele anfangs bey der Nacht; und sie sahennicht sowohl Schauspielen, als nächtlichen Geheimnissen,ähnlich. Nachmals wurden sie wegen der Diebstähle undMordthaten unterbrochen , die sich auf der Landstraße desAorinrhischen Isthmi einschlichen.
Thestus, der eilfte König von Athen, stellte siewieder her. Er reinigte nicht nur ganz Griechenland,sondern auch insonderheit den Rorinrhisthen Isthmusvon Straßenrändern. Ein berüchtigter Räuber, NamensSinnis, hatte sich dorthin geflüchtet, und war damit nichtzufrieden, daß er die Vorüberziehenden nur plünderte; son-dern er brachte sie auch auf die grausamste Art von derWelt um. Er band sie an die Aeste zwoer Fichten, die ermit Gewalt zusammen bog, und sie nachmals ihrer natür-lichen Neigung nach wieder freiließ; ein Uebermaaß derllnmcnschlichkcit, weswegen man ihm noch den Zunamen, der Fichten krümmer, gegeben. The-stus steng ihn, und ließ ihn eben desselben Todes sterben,den er andern angethan hatte. Nach dieser That setzteThestus die isthmisihen Spiele wieder ein ; allein mitdem Vorbehalte, daß sie dem k^eptun zu Ehren, undbey Tage gefeyert werden sollten. Er richtete sie auch nochprächtiger ein, als sie sonst gewesen waren: daher man ihngewisser maßen, als den Stifter dieser Spiele bnsehen kann.Er war auch gewohnt zu sagen, wie plurarch in des
The-