93 XI. Fourmont, von den
Gegner, gründliche Beweise. Steht es in diesem Falle wohlgut, beständig zu spotten; wie du Moulin in seinen Con-troversen thut? den Sophokles und Nstenander anzufüh-ren , wie du plessrs gethan? im Vrrgil die Lehren desChristenthums aufzusuchen ? die Geschichte der Hebräer ausdes Achilles und Ulysses Ebenrheuern zu erklären , wiees ein gewisser deutscher Schriftsteller gemacht hat ? des(Dvidius Verwandlungen auf unsere Geheimnisse zudeuten? kurz auf eine lächerliche Art, von den wichtigstenReligionspuncten zu reden, wie unsere ehemaligen Predi-ger, Raulin, Nlenor, Barlerre und einige andere, ge-than haben? Wozu dienten alle solche unzeitige Anführun-gen doch, als zur Schande der vorhabenden Materie?
Das dritte Verhältniß findet sich, zwischen demjeni-gen Schriftsteller, welcher anführet, und demjenigen, wel-cher angeführet wird. Ist z. E- von einer Frage die Re-de, welche allein durch die gesunde Vernunft ausgemachtwerden muß, von einer Wahrheit , die zu allen Zeitenund bey allen Völkern bekannt gewesen; warum sollte manda noch den Cicero, Seneca und Augustin anführen?Gleichwohl hat diese Art von Anführungen , ehedem dasHauptwerk gewisser Ausleger ausgemacht. Wir wollennoch weiter gehen. Ein Schriftsteller handelt z. E. vondem Erzketzer Valentin, und von seiner Secte. Sogleichführet er den Gennadius, den heil. Augustin, den heil.Epiphanius, den Terrullian, und den heil. Irenäus an.Diese gelehrte Auökramerey nun ist unnütz, und beweisetgarnichts. Der heil. Irenäus allein, hätte angeführetwerden sollen , da die andern ihm nur nachgeschrieben ha-ben ; und auch er muß mit einer gewissen Behutsamkeit an-geführet werden, indem er in Gallien gelebet hat, alödieeser Erzketzer seine Lehren in Aegypren ausgebreitet: undeben hierauf haben, nach dem Herrn Fourmont, gewissegelehrte Neuern, nicht Acht genug gegeben.
Das vierte Verhältniß, betrifft die Wirkung der An-führungen. Welches ist dieselbe wohl gemeiniglich? und
wel-