ras xi. Fourmom, von den
die schon hundertmal aufgewärmet, und vieleicht eben sooftwiderlegt worden sind ? Warum schilt einer und der an-dere Römer, die Gallier, die Deutschen, die Cama-brier, für Barbarn, deren Ursprung und Sitten ernicht einmal weis? Und was hat der Grieche, der in An-sehung so vieler morgenländischen Völker so gar neu ist, fürein Recht, es mit den Hebräern, Aegypriern und per- !fern eben so zu machen ? da sie doch bereits gesittete Völkergewesen, ehe er noch gebohren war. Es ist also unnütz,ja sogar schädlich, um dieser Ursache Willen, solche Schrift-steller anzuziehen. Alexanders Soldaten erstaunen, daßsie bey den Indianern noch Menschenverstand finden; undPhilipps des H. seine verwundern sich, daß die Vernunfteher nach America gekommen war, als sie. Was sollman hieraus schließen? als dieses: daß man die Verdien-ste der Schriftsteller, ohne Ansehung ihres Alters und ih-res Landes prüfen solle; daß man den Originalscribentenanführen müsse, ohne daß man nöthig habe, von seinenSammlern zu reden; daß derjenige der die Geschichte sei-nes Vaterlandes geschrieben hat, einem jeden Fremdenvorgezogen werden müsse, welchen man hat betrügen kön-nen, und oftmals durch falsche Nachrichten betrogen hat;und daß, wenn sonst alles andere seine Richtigkeit hat, derZeitgenoß allemal demjenigen vorgehen müsse, der nach ihmgeschrieben hat.
Wenn man geschickt ist, den Verdiensten der Schrift-steller ihr Recht wiedersahren zu lassen ; wenn man weis, lwie weit sie ihre Entdeckungen getrieben haben ; alsdannist man auch im Stande sie wohl anzuführen. Der jüdi-sche Thalmud, die Ausleger der Juden, und die Bücherverschiedener Rabbmen, halten zwar allerdings dieärgsten Kinderpossen, ja unverschämtes Zeug, wenn manso sagen darf, mit in sich; allein, stehen denn in andernBüchern nicht auch welche? Wenn man also diese Schrift-steller mit weiölicher Behutsamkeit liest, so können sie aller-dings