Band 
Dritter Theil.
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Des Herm Abts Gallier Abhand-

lung , vom Colonischen Oedipus

des Sophokles. 1725.

Schönheit dieses Trauerspiels , welches Ciceroim V Buche äe kiniöu», so zärtlich und beweglichnennet, hat den Herrn Abt Sallier bewogen,das-selbe noch einmal, mit einer neuen Aufmerksamkeit zu lesen:und hierbey sind ihm einige Muthmaßungen beygefallen,die er im i?2;sten Jahre dem Gutachten der Akademieunterwarf.

Anfänglich glaubt er, daß man, mit einer sehr gerin-gen Veränderung, den Sinn eines gewissen Verses in die-sem Stücke, wiederherstellen, und ihn natürlicher und zu-sammenhangender machen könne. Er steht zu Ende desAuftritts wo Oedipus mit den Athenicnftrn spricht, wel-che ihn in dem, den Eumeniden geweiheten Walde, be-gegneten. Die Athenienser bezeugen sogleich den Abscheu,den sie vor dem Anblicke eines Menschen haben , welchersich an einem Orte aufhält, in welchen kein weltlicher Mannden Fuß sehen dorfte. Sie entrüsten sich aber noch viel-mehr, da sie erkennen, daß es gar derjenige sey, den dieRache des Himmels verfolget, und der blind ist. Als sichnun Oedipus endlich zu erkennen giebt: so erhiht sich ihrEifer noch mehr, und sie wollen ihn nöthigen, von diesemgeheiligten Orte zu weichen. Hier nun redet ihnen dieAnrigone zu, und bittet die Athenienser: sie sollten dochwenigstens mit ihr Mitleiden haben, wenn sie ja gegen denerbärmlichen Zustand ihres Vaters unerbittlich wären:

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