Sicilianischen Hirtendichtern. m
Es ist bereits gesagt worden, daß diese alte Poesie,sogleich nach denen Schäfern, die sie erfunden hatten, dieHirtenpoesie genennt worden ist. Weil aber von allendenen, die die Heerden hüteten, die Rinderhirten, dieersten und vornehmsten gewesen; so nannte man sie auch diebukolische Poesie, bucolica, schreibt Gervius,
a cultociia boum ; prsecchua enim bunt animslis a^uckruliicos.
Nunmehr bleibt noch zu wissen übrig, in welcherglückseligen Landschaft die Dichtkunst ihren Ursprung genom-men? Die Chaldaer und Aegyprer mögen mit ihremAlterthume pralen wie sie wollen, und sich rühmen, daß sieunter ihnen entstanden sey : Herr Goulley ist überzeugt,daß Gicilien ihr wahres Vaterland ist, und daß sich da-selbst die ersten Dichter hervorgethan haben. Er hat denDiodor von Sicilien, einen Geschichtschreiber für sich,der in den Alterthümern seines Landes sehr bewandert ist,und außer diesem, noch den Aelian und Diomedes; ohnedesIsidorus von Gevilien zu gedenken, welcher,
/.) schreibt: paltarale carinen plerigue Lvesculi« pri-umm Lompolitum a kalioribuz opinantur. Julius Sca-ligcr hat in seiner Dichtkunst , sowohl als viele andere,diese Meynung angenommen: (Souvenir laue inter inajo-rein ^utorum zartem, in Licilig invenknin cgrmen eju8-inoäi, sppellstuingue kucoliasmeun. Daher sind , sehter hinzu, die Anruffungen an die Sicilianischen Musen,bey den Dichtern eingeführet worden:
Liceliiles I^lutse, pgulo majoi '2 cgnsinus.
Und man glaube nicht, daß Virgil in dieser Stelle sich anden Theokrit wendet; sondern es geschieht an die Musendieses Landes selbst: welche diesen Dichter und viele anderevor ihm, insonderheit den Schäfer Dapknis, begeisterthatten, der einige Jahrhunderte vor dem Theokrit gele-bet hat.
vspluimr siusrunt
Licelitles Uuks. Le/.
Außer-