Band 
Dritter Theil.
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Sicilianifchen Hirtendichtern. uz

Hier ist der Ursprung der Fabel vorn pan und Syrinx,weil ein gewisser Schäfer aus eben diesem Schilfe, die fie-benröhrichte Pfeife machte; daher entspringt auch die Mey-nung, daß Mercur und Minerva deren Erfinder gewe-sen, indem diese Erfindung, ein Werk des Verstandes undder menschlichen Geschicklichkeit ist. Will man wissen, werdenn der erste slcilianische Schäfer gewesen sey , der dieFlöte erfunden hat, so verweiset uns der Herr Abt Goul-ley, an den Isidor von Sevilien, welcher sagt, daß erIbis geheißen, und von Agrigem, oder, um richtigerzu reden, von demjenigen Orte gewesen, allwo diese Stadtnachmals erbauet worden: und hieraus schließt er, daß dieErfindung der Schäferflöte einem sicilranischen Schäferzuzuschreiben sey.

Es ist wahr, baß die Alten oftmals die Erfindung derSchäferflöte den phrygiern zuschreiben, so wie einige vonihnen, sie den Arkadiern beylegen. Allein man antwor-tet hierauf, daß man die Erfindung dieses Instruments sovielerley Personen zugeschrieben, das rühre bloß daher: weiles aus so verschiedenen Materien gemacht worden, oder sovielerley Gestalten gehabt, ehe es zu seiner Vollkommenheitgekommen ist. Hatte jemand irgend eine zu diesem Instru-mente geschicktere Materie gefunden, so sah man selbigenfür dessen wahren Verfertiger an. So hat Marsyas,der, um eine Flöte zu verfertigen, sich eines Hirschcnochenöbedienet hat, unter den Griechen den Ruhm erlangt: ersey deren erster Erfinder gewesen, oder er habe doch derenErfindung der Minerva abgestohlen, plmrus beuth einenneuen Beweis davon dar. Die bloße Flöte, sagt er, oderdie Schalmey, hatpan erfunden; die krumme oder ge-wundene Flöte hat Midas ersonnen; und die doppelte hatden Marsias zum Erfinder. Endlich hat, nach demApulejus, Hiognis dieses Instrument zur höchsten Voll-kommenheit gebracht.

Die Libyer, seht Herr Goulley hinzu, sind in ih-rem Ansprüche eben so schlecht gegründet, als die phrygierrlH Th. der Gesch. H und