n6 xiv. Coutüre, wie man die römischen
ser Feldherr von dem ganzen Heere habe können verstandenwerden, wie es scheint, das die Geschichtschreiber anzeigenwollen?
4. Wenn endlich der Senat und das Volk uneinswaren, wenn alsdann ein Consul auf die Rednerbühnestieg, um die Gemüther niederzuschlagen, oder zu ermun-tern; wenn der Tribun diese Rede des Consuls mit einerandern beantwortete, um die Eindrücke zu vernichten, diesie gemacht haben konnte: soll man denn glauben, daß alleBürger mit genügsamer Kenntniß der Sache gestimmethaben, und nachdem sie von den Gründen der Redner starkoder schwach gerühret gewesen?
Nachdem die Akademie gleich auf der Stelle einigeallgemeine Betrachtungen über diese vier Fragen angestellethatte: so trug sie dem Herrn Abte Coutüre eine weitläus-tigere Beantwortung derselben auf; die er auch in die näch-ste Versammlung mitbrachte.
i. Wenn ein Redner vor dem ganzen Volke redete,so war seine Absicht gehöret zu werden ; und des Volksseine, nichts von allem zu verlieren, was der Redner sagenwürde. Auf einer Seite herrschete also bey den Zuhörerndie Stille und Aufmerksamkeit, denn es betraf ihr eigenBestes: andernkheilö mußte derjenige, der zum Reden auf-trat, seine Stimme und Lunge schon geprüfet,und sich nochdazu beflissen haben, auch die mindesten Sylben deutlichauSzusprechen. Aus dieser Ursache erfodern alle Lehrerder Redekunst bey einem jungen Menschen, der ein Rednerwerden will, lolutam liuZuam, cairoram vocem, lateralirinL u. s. w. Daher sagt Cicero, in seiner Rede für denLigariuö: gluarttuin ^vtero, voce comenäam, ut me ko-yu!u« KOMME anchiU. Dieß wiederholet er an etlichenStellen, und fast allezeit mit denselben Worten.
Gleichwohl gesteht man zu, daß troh allem Bestre-ben welches ein Redner nur anwenden können, es sey nun
auf