Band 
Dritter Theil.
JPEG-Download
 

Agrippa und Macenas. izz

an, eine Freundschaft unter ihnen, die stets bestanden hak.Als sich der bürgerliche Krieg entspann, so ward aus diesemangenehmen Lieblinge, ein nützlicher Staatörath. DemLTiacen wurden allezeit die küßlichsten Unterhandlungenaufgetragen; und August hätte nie besser wählen können.Mäcen besaß alle die angenehmen Eigenschaften , die dieHerzen gewinnen. Von Natur hatte er sehr viel Ver-stand, und eine gute Erziehung; die Wissenschaften aber,hatten alles vollkommen gemacht, was die Natur in ihm vor-bereitet hatte. Eben in einer solchen geheimen Unterhand-lung, wußte er vom Antonius die Beyhülfe zu erschlei-chen , womit der junge Pompejus aus Gicilien vertrie-ben ward- Sobald August völlig Herr geworden war,änderte der Liebling sein Lehrgebäude, und sann nur aufMittel, die Person und Gewalt des Kaisers zu erhalten.Spionen, die unter alle Rotten vertheilet wurden, berich-teten ihm alle Empfindungen derer, die mit dem neuen Re-giments nicht zufrieden waren: und auf deren Nachrichtenbrachte er den August dahin, daß er sich eines Theils sei-nes Ansehens begab, um den übrigen Theil, den er noch be-hielt , desto sicherer zu bewahren. Der Rath dieses Staats-mannes war ebenfalls schuld daran, daß Rom noch Con-suls, pracoren und Bauherren behielt, als ehemaligeBediente der Republik, ungeachtet in der' That ihre Ge-walt ein leerer Schatten war.

tMcenas trieb seine Absichten und Bemühungennoch weiter. In der -Absicht den Prinzen, und selbst seinRegiment beliebt zu machen, zog er alle diejenigen an sich,die zu dessen Ehre was beytragen konnten, es mochten Dich-ter, Redner oder Geschichtschreiber seyn. Er berief sie zusich, überhäufte sie mir Gnade und Wohlthaten, und stelltesie seinem Herren vor. Seine Gnade, in der er stand, locktealles zu ihm, und die rechtschaffensten Leute kamen mit Ver-gnügen zu den gelehrten Unterredungen, die bey ihm gehal-ten wurden. Daselbst erhob man das Lob des Prinzen:

I 4 dieß