Band 
Dritter Theil.
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über den Pindar. iZ9

Lateinischen eben das sagen will, ist hingegen edel, und thutin der Schäferpoesie eine gute Wirkung. Eben so bemerktHerr Segrais, daß in der französischen Sprache, dasWort Majoran, mit guter Art in keinem Heldengedichtestehen kann; dahingegen das Wort AnEacuz, welches aufLatein eben das heißt, sich in dem heroischen Verse mitVortheil zeigen kann. Wenn man nun dieses auf die Wör-ter Schwein, Ruh und Esel zieht, davon hier die Redeist: so ist es gewiß, daß sie im Französischen sehr niedrigsind; im Griechischen und Lateinischen aber sind sie so edel,daß sie sich nicht nur in Schäsergedichten, sondern auch imHeldengedichte, und in der Ode zeigen können. Man siehtauch, daß die Meister der Kunst, Homer, pindar undVirgil, kein Bedenken getragen, sie zu gebrauchen, undeine von denen Ursachen, weswegen diese Wörter in jenenSprachen edel gewesen, ist diese, weil die dadurch angedeu-teten Thiere selbst zu den ehrwürdigsten Gebräuchen bestim-met waren. Man schmückte sie mit Blumen aus; manführte sie zu den Füßen der Altare; man opferte sie gar denGöttern. Alles dieses adelte gewissermaßen diese Thiere,und auch ihre Namen. Daß aber diese Namen im Grie-chischen so niederträchtig nicht gewesen, als in unserer Spra-che, das kann man auch noch durch einen sehr ungezwunge-nen Vernunftschluß heraus bringen, dawider gar nichtseinzuwenden ist. Hier ist er in wenigen Worten.

Unter der ungeheuren Menge von Dichtern unsererZeiten, die den Hof und die Stadt Paris überschivemmen,ist kein einiger so gar verächtlich, der das Herz haben wür-de, in einer Ode, die Wörter Schwein, Ruh und Eselzu gebrauchen : es ist daher gar keine Wahrscheinlichkeit,daß, wenn diese Wörter in der griechischen Sprache eineso alberne Wirkung gethan hätten, als sie in der «listigenthun, pindar sich ihrer bedienet habm sollte. Denn manhoffet doch nicht, daß jemand die Halsstarrigkeit und dasVorurthejl, so weit treiben wird, daß er behaupten sollte,

pindär