Band 
Dritter Theil.
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des Epinomks. 147

XII Buche vollständig gewesen, und ob der Verfasser Ur-sache gehabt, noch weiter zugehen?

Nach einem langen Gespräche zwischen einem Arerer,Lacedämomer und Athemenjer, sagt dieser letztere, zuEnde des Gesprächs: daß sie endlich den Vorsatz, welchensie gefaßt gehabt, fast gänzlich inö Werk gerichret hatten;nämlich eine Republik aufzurichten, und sie mit Gesehen zuversehen. Doch,seht er hinzu, eö ist nicht genug nur einenGrund gelegt zu haben, man muß auch diese neue Einrich-tung befestigen, und auf immerdar in Sicherheit sehen. Als-dann können wir uns allererst schmäucheln, daß wir alleunsere Pflichten erfüllet haben; ohne dieses aber, bleibt daSWerk allezeit unvollkommen. Ich für mein Theil glaube,fährt der Athenienser fort, die Vollkommenheit des Ge-setzgebers erfodere von uns, daß wir, womöglich, unsernGesetzen eine Kraft ertheilen, die sie unwandelbar mache.Das heißt viel gesagt, erwiedert der Arerer , wofern es»ur noch gar thunlich ist. Ja, das scheint mir zu seyn, ant-wortet der Athenienser. Haben wir denn nicht befohlen,daß ein Rath aus zehn der ältesten und rechtschaffenstenMänner, zu Aufrechthaltung der Gesetze gemacht werdensollte? Daß man ihnen noch andere Personen, und sogarjunge Leute beyfügen könnte, wenn man sie nach gehörigerPrüfung, zu einem so wichtigen und erhabenen Amte tüch.tig fände? daß dieser Rath sich vor Anbruch des Tagesversammlen sollte, bevor noch die Sorge der öffentlichenoder besondern Geschäffte, ihnen die Zeit raubte? Undeben dieser Rath ist es nun, von dem ich will, daß er derErhalter der Gesetze seyn soll. Das ist der Anker, den maneinfenken muß, um das Schiff der Republik zu retten. Die-ser Rath wird im Staate eben das seyn , was die Seeleund der Kopf, , bey einem lebendigen

Wesen sind, welches seine Erhaltung, der Bewegung desGeistes und der edelsten Sinne, nämlich des Gesichts undGehörs, zu danken hat. Der Hauptendzweck dieses Raths

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