Band 
Dritter Theil.
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Labyrinthe. 155

Palast, der in den Schriften der Alten so berühmte La-byrinth sey. Herodot, der ihn gesehen, redet im II Bu-che so davon: „Ich habe das Vergnügen gehabt, diesen La-„byrinrh zu sehen, und ich gestehe, er ist wunderbarer als„alles was man davon sagt. Er hat zwölf gewölbte Säle,„deren Thüren eine gegen über der andern stehen; sechs ge-„hen gegen Mitternacht, und sechs gegen Mittag, sie han-tigen alle aneinander, und sind von außen mit einerley Mauer„umschlossen. Die Wohnung darinnen ist doppelt, eine„aus der Erde, und eine unten, und beyde miteinander ent-„halten drey tausend Zimmer. Ich kann mir die Hin-und„Hergänge, die einen aus einem Zimmer ins andre führen,„ohne die größte Bewunderung nicht vorstellen; aus einem„Saale kömmt man in die Nebenkammern, und aus den„Nebenkammern in die Zimmer, und aus den Zimmern„in die andern Säle, die ganz gewölbt sind.,,

Nach des Paul Lucas Berichte sind nur noch dreyvon diesen Sälen übrig, welche auf Gänge hinaus gehen,von denen man in verschiedene Zimmer, und aus diesen, durchhalb verschüttete Gänge, in die unterirrdischen Kammernkömmt, deren einige er besehen hat. Der Araber, so ihnangeführet, und ungefähr 80 Jahre alt gewesen, hat ihm ge-sagt, daß es in seiner Jugend mehr als r;o gegeben, dienoch offen gewesen. Diese drey Säle sind mit Marmorausgekleidet, und mit langen Steinen gewölbt, die auf denMauern liegen. Sie sind 40 Schuh hoch , ohne zu rech-nen, was der Staub und der Schutt welcher den Bodendeckt, ihnen an der Höhe raubet. Die Ruinen, über wel-che man steigen muß, ehe man an diese Säle und deren er-sten Seulengang kömmt, beweisen, daß es deren eine großeMenge müsse gegeben haben, und daß dieß Gebäude, nachallen seinen Theilen betrachtet, wie plinrus es im z6 B.beschreibt: yorteMollillmum buinani iiiAeuü oyur ge-wesen.

Alle Alten gestehen mit dem Herodok, daß der Laby-rinth nahe an dem See Möris gelegen, und nicht weit